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„Lust auf nen Kaffee?!“
Standardtext einer SMS zwischen Bob und mir. Das Schöne dabei ist: ich mag Kaffee eigentlich eh nicht sonderlich, Bob meines Wissens
auch nicht, und es ist allenfalls mal nen Latte Macchiato drin, denn der besteht zur Hälfte aus Milch und ist deshalb pseudogesund. Und so tierisch hipp. Und überhaupt...
„Kaffeetrinken gehen“ ist aber irgendwie ein schnicksentaugliches Äquivalent für „Willst Du mal meine Briefmarkensammlung sehen?“ und
bedeutet eigentlich so viel wie „Lass uns irgendwas machen, ist im Grunde eh egal was, Hauptsache, ich häng heute lustig mit Dir rum“.
Üblicherweise endet der Kaffeeplan dann auch damit, dass wir in der Nachbarstadt in der geräumigen Fußgängerzone irgendwo Salat, Eis,
Pizza oder sonst was futtern und es uns gut gehen lassen. Man kennt mittlerweile die halbe Lebensgeschichte der anderen, findet immer wieder Aufhänger für dumme Sprüche, lässt sich die Sonne aufs Fell scheinen,
guckt freilaufenden Männern vor den Hintern und hat diese nette kleine Gemütlichkeit. Gerne wird das Wohlfühl-Kit auch um Anja erweitert, die sich überaus harmonisch in das Gesamtbild einzupassen weiss.
Ach ja... *seufz* Schöne Sache!
Mein bestes Kaffeetrinken war ja das seinerzeit mit Alex. Nach „Spiderman 2“ wollten wir beide irgendwie noch nicht so richtig den
Abend beenden, konnten uns aber auch nicht auf irgendeine Lokalität einigen, in die man noch einkehren könnte. Hm. Der grandiose Plan, der aufkam, war dann folgender:
Alex: „Wir können auch zu mir und da noch’n Kaffee trinken“ Ich: Hmmm. Naja, Kaffee halt. Aber n bissl Quatschen wäre schon noch ganz cool. „Klar,
können wir machen!“
Bei ihm angekommen, nochmal die Nachfrage, was ich trinken möchte, er könne auch mit Wasser oder Bier oder so dienen. Ich denke mir,
hmm, er wird wohl selber beim koffeinhaltigen Heissgetränk bleiben wollen, was soll er da noch was anderes suchen, und erkläre gutmütig, dass Kaffee schon völlig okay sei.
Schwuppdiwupp stehen wir in der Küche und er schmeisst die Kaffeemaschine an. Exakt zwei Tassen. Ich frag mich insgeheim, ob er
vielleicht doch eher müde ist und das Ganze im Nachhinein lieber gelassen hätte, und frage mal vorsichtig an, wieso er so sparsam ist. Ergebnis und Siegerehrung: „Naja, ich mag eigentlich gar keinen Kaffee, aber mir
fiel nix anderes zu Trinken ein eben.“ – „Äääähm... Du wirst das jetzt sicher kaum glauben, aber...“
War dann aber noch’n sehr schöner Abend, hehe.
Kaffetrinken geht aber auch mit Tommy immer sehr gut. Bei dem heisst „Wir müssen mal wieder nen Kaffee trinken gehen“, dass wir in der
Mittagspause ne dicke Pizza reinschieben und uns gegenseitig den Frust von der Arbeit erzählen. Oder die lustigen Anekdoten. Oder auch nur nette Begebenheiten mit den Kollegen. Anschließend wird kurz über das Wetter
oder ähnlichen Kram gequatscht und der Rückweg ins Büro angetreten.
Auch immer gerne genommen, hat aber auch nicht wirklich viel mit Kaffee zu tun.
Merke: Kaffee ist immer eine spitzenmäßige Idee. So lange ich ihn nicht trinken muss... ;)
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