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Montagabend: Filmabend!!! Pünktlich um 19.30h (plusminus 20 Minuten) bimmelt Geschwister Lütschi. Mit etwas Glück ist Linne auch mit von der
Partie. Für die weitere Gestaltung des Abends gibt es dann genau zwei Möglichkeiten:
1.) Videothek, Pizzaflitzer und lecker was zu Trinken (außer für Linne, die muss fahren)
2.) Kino, Lakritzstangen und lecker was zu Trinken (außer für Linne, die muss fahren - selber schuld, was wohnt die auch in Höxter?)
So oder so, es wird auf jeden Fall spaßig. Und wenn man abends im Bett liegt, weiss man, dass sich der Abend echt gelohnt hat.
Wie, "warum"? Was heisst hier "warum"?
Na, weil wir uns ein weiteres Mal für das wilde, fiese Leben in den Gassen von Gotham City (Verzeihung: ist ja nur Höxter) gewappnet haben: mit
phantastischen Filmzitaten zu jeder passenden und besonders jeder unpassenden Gelegenheit. Gerade mit Lütschi ist man so der Renner auf jeder Party: spätestens nach zwei Stunden will Dich wirklich jeder nur noch zum
Schweigen bringen, egal wie. Wildfremde Menschen holen Dir Bier oder stopfen Dir Chipstüten in den Arm, in der irregeleiteten Annahme, Dich so ruhig zu stellen. Die geschickte Plazierung von Filmzitaten kann Dein
Leben also unsagbar bereichern. Auch die ganz alltägliche Kommunikation klappt bei uns dank Filmzitaten wie am Schnürchen. So kann man schnell einen ganzen Abend gestalten. Beispiel gefällig? Alles klar:
Anruf vom Geschwister: "Hey, Steffie! Heute schon was vor?" - "Jetzt schon!" - "Filme?" - "Bierchen?" -
"Soll ich Daward anrufen?" - "Warum nicht, er ist ein pelipter Retner und Chönkeist!" - "Sind um halb da!" Zwei Minuten später wieder das Telefon: "Daward kann nicht!"
- "Wieso das denn? Ist etwa Weibsvolk anwesend?" - "Ja, Sabrina will mit dem Titanic gucken." - "Ui. Toll. Da saufen doch eh nur wieder alle ab." - "Ja, aber denk dran: Ich
bin der König der Welt!" - "... und ich möchte, dass ihr mich von jetzt an Loretta nennt!" - "Aber Vater, ich möchte doch nur singen!" - "Schluss, aus, hier wird nicht gesungen! Was
wollen wir trinken? Ich habe noch ein paar Weizenbiere."-" Ich bringe noch'n paar Flips mit. Willst du sonst noch was?" - "Ich will deine Kleider, deine Stiefel und dein Motorrad!" - "Alles klar, ich seh mal, was sich machen lässt."
Pünktlich wie die Feuerwehr (was bei Lütschi nunmal grundsätzlich ein Zeitfenster von 20 min. ausmacht) bimmelt es an der Tür. Während heiss
diskutiert wird, was man denn Schönes gucken will, hole ich schonmal Gläser aus der Küche, allerdings im Eifer des Gefechts nur ein großes und dazu ein schnödes 0,3er. "Mann, Steffie! Das falsche Glas,
Sir!" - "Oh, Mann, ich bin zu alt für diesen Scheiss!"
Wir werden uns irgendwann einig, dass heute keine ollen Kamellen wieder aufgewärmt werden sollen, sondern beschließen, die Biere noch mal in den
Kühlschrank zu stopfen und zur Videothek unseres Vertrauens zu juckeln (also, die ist eins von drei Standardzielen: die anderen Beiden sind der Getränkemarkt vom Dixi oder die Aral-Tanke, denn bei Esso gibt's kein
Desperados). Im Auto: "Mach mal Musik an" - "Was willst Du hören?" - "Mir egal, wir haben hier beides, Country UND Western!" - "Na, das ist doch mal was!" Es wird
selbstredend umgehend das Aldihalle-Hühnerhalle-Lied angestellt, was von beiden Seiten lauthals mitgegröhlt wird. Dann mein Aufschrei: “Mann, was fährt denn da für‘ne Plinse? 70? Sind das etwa Miss Daisy und ihr Chauffeur?” – “Überhol doch einfach!” – “Was denn, hier? Mit dieser Karre?” –
“Das muss das Boot abkönnen!” – “Aye, aye, Herr KaLeu!” Ein Überholmanöver später dann Lütschis zufriedene Bemerkung: “Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!”
Bei Buckel-Schorsch in der Videothek angekommen,
geht die wilde Suche nach einem uns beiden unbekannten Film los (Man begrüßt uns dort mittlerweile mit “Ihr habt auch sonst keine Hobbies, was?!”). “Hey, Lütschi, lass uns den hier nehmen! Und den hier!” – “...und
ein Gebüsch!” – “Jau, das reicht für’n Anfang!”
Auf dem Rückweg kommt der Aufschrei: “Ich brauche noch Tabak! Fahr noch zur Tanke!” Also wird an der Aral gehalten. Lütschi klettert umständlich
aus dem Auto, während er überlegt, was er sonst noch braucht: “Tabak. Dose Red Bull. Sonst noch was?” – “Chips!” – “Uh, ja, Chips. Ich geh dann mal.” – “Und Lütschi?!” – “Hmm?” – “Wenn Du einen langen Tunnel
siehst, halte Dich fern vom Licht!” – “Jepp!”
Während das Geschwister seine Einkäufe tätigt, starre ich gebannt auf eine Leuchtreklame der Tanke. Lütschi kommt wieder, setzt sich in den Wagen
und fragt: “Was ist das?” – “Blaues Licht!” – “Was macht es?” – “Es leuchtet blau!”
Wieder zu Hause drapieren wir uns gemütlich auf’s Sofa. Ich starte den Film, während Lütschi sich die Red Bull aufreisst. Angesichts der
stürmischen Autofahrt wohl keine ganz bis zu Ende durchdachte Idee: die halbe Dose sprudelt ihm auf die Buxe. “FUCK! Es schleimte mich voll!” Ich biege mich vor Lachen, er wirkt leicht säuerlich. Ich werfe ein: “Du weißt doch: Feuchtigkeit ist der Inbegriff von Nässe!” Das zieht leider nicht, und er droht mit körperlicher Gewalt: “Jetzt bringe ich Dich so lange um, bis Du tot bist!”
Der erste Film läuft. Eine herbe Enttäuschung. Ich mache meinem Frust Luft: “Meine Fresse, geht das jetzt die ganze Zeit darum, dass der pimpern
will und sie nicht?” Lütschi schaltet rasant: “Geschlechtsverkehr? Sie meinen Koitus?” – “Ich meine, dass ich diese DVD gleich kleinhacke!” – “Mit einem Löffel. Damit es mehr weh tut!”
Der zweite Film ist dann doch noch okay, der Abend gerettet, und irgendwann muss das Geschwister nach Hause abdampfen. Morgen ist schließlich auch
noch’n Tag. Im Türrahmen erklärt mir Lütschi noch, dass er morgen Frühdienst hat und um fünf aufstehen muss. Ich gucke etwas zweifelnd auf die Uhr und verate ihm, dass es schon halb eins ist. “Fuck, Verarsch‘ mich
nicht! Niemand verarscht Jesus!” – “Okay, Jesus, is spät jetzt, troll Dich! Und denk dran: Jeder nur ein Kreuz!”
Und nach einem beiderseitigem fetten Grinsen versucht jeder, irgendwie noch heile ins eigene Bett zu finden.
Filmabende mit Lütschi sind eben eine echte Bereicherung. Und jetzt sacht mal: was wären wir zwei ohne Filmzitate???
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