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Wer kennt ihn nicht, diesen Zustand jenseits von Gut und Böse, wenn man gerade genug getrunken hat, um noch nicht besinnungslos besoffen zu sein,
sich aber für unbesiegbar hält?! Jedesmal, wenn ich dort angekommen bin, erzählen mir andere Leute am nächsten Morgen von den tollsten Ideen, die ich wieder hatte.
Mal ganz abgesehen von solchen Sternstunden meiner Partykarriere wie beispielsweise dem Abend, an dem ich auf den Tisch geklettert bin um lauthals
zu fragen, ob denn niemand hier noch ein Kondom für mich und meinen Freund hat, weil ich sofort Sex will (Wow, ist inzwischen schlappe 10 Jahre her!), oder dem sehr subtilen Verkupplungsversuch, den mir Ulrich W.,
fürchte ich, bis heute übel nimmt (“Hey, Tanja, das ist Uli, der ist echt nett und findet Dich spitze. Ich muss dann mal aufs Klo!”), gab’s da immer wieder diese tollen Wetten...
Wetten, wer als Erster sein Bier ext, ist ja eher was fürs Kasperletheater und insofern eher zweitrangig. Wer die meisten sauren Bandnudeln von
Haribo gleichzeitig in den Mund stopfen und ohne zu kotzen aufessen kann, wer zuerst zehn Salzstangen vertilgt und anschließend “La Paloma” pfeift, ohne dazwischen einen einzigen Tropfen zu trinken, wer am längsten
Handstand machen kann (ich hätte noch gekonnt, aber mein Pulli hat auf- und dabei meine Oberweite freigegeben...) - sind auch alle noch nicht soooo besonders exotisch.
Wetten, wer die meisten blöden Sprüche an Fremde verteilt, ohne eine aufs Maul zu bekommen, ist da schon was ganz Anderes.
Sehr schön war wohl für alle Anwesenden der Abend, an dem es mir in den Sinn kam, mit jemanden darum zu wetten, wer zuerst eine ganze Rolle
Klopapier aufessen kann. Idiotisch, nicht war?! Ich fand das in dem Moment aber eine Bombenidee, auch wenn ich nicht hundertprozentig sicher bin, wer auf diesen Brüller gekommen ist. Der ganze Spuk war beendet, als
mein Gegner nach zehn Blatt Papier übelst kotzen musste. Um ehrlich zu sein, mir ging’s auch ganz schön dreckig, und ich war nur froh, dass ich aufhören konnte. (Ich kenne wen, der mich jetzt haut, weil ich ihm
verboten hatte, diese Story bekannt zu machen...)
Dann war da noch der Abend, an dem ich den Dartchampion der Partygäste zum Duell gefordert habe. Angeblich wurde vereinbart, dass der Sieger dem
Verlierer die Haare auf 6mm scheren darf. Ich darte nüchtern schon wie’n Assi! Gott sei Dank wussten wir davon am nächsten Tag beide nix mehr, sonst könnte ich mich jetzt Kojak nennen lassen.
Die ekelhaftesten mir untergekommenen Wetten sind allerdings welche, an denen ich ausnahmsweise selbst völlig unbeteiligt war (Gott sei Dank!). Da
wäre zum einen die, bei der es darum ging, eine Weinbergschnecke samt Schneckenhaus zu essen. Wer es wagt, sollte dafür das letzte Bier des Abends bekommen. Böse Zungen behaupten, dass einer sich das wirklich
angetan hat, während ein Kumpel besagtes letztes Bier heimlich weggetrunken hat. Schöner Freund, kann ich da nur sagen! Die Krönung ist allerdings die Nummer, bei der um ein Fass Bier gewettet wurde, dass jemand es
nicht wagt, ein Glas Eigenurin zu trinken. Dieser Jemand hat’s getan und wird deshalb von allen nur noch P-Mann genannt. Warum, kann man sich wohl denken.
Ich hoffe wirklich inständig, dass sogar ich niemals so voll sein werde, mich auf sowas einzulassen. Da kann ich ja gleich versuchen, ein Steak zu
verschlingen! Uäääärgh!
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