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09.04.2006

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If you think 
that you're strong enough...

..if you think you belong enough: nice dream!!!

Das ist von Radiohead, und wenn auch der Rest des Songtextes ziemlich durchgeknallt ist, sind diese paar Worte mal sowas von wahr.

Wie oft ist mir das schon passiert? Immer, wenn ich meinte, alles auf der Reihe zu haben, kam wieder eine neu kleine Katastrophe. Immer, wenn ich meinte, jetzt kann nix mehr dazwischen kommen, kam der große Knüppel zwischen die Beine (und das hat jetzt nix mit Sex zu tun...). Immer, wenn ich meinte, tiefer kann ich nicht mehr fallen, gab es da doch noch irgendeine kleine, gemeine Falltür, und weiter ging’s Richtung Keller.

Irgendwann ist man davon überzeugt, dass man selbst zum lachenden, tanzenden Abschaum der Welt gehört und das Leben einfach für’n Arsch ist. Aber hey, das ist okay. Keine Panik!

Man muss hier nur ein bisschen an der eigenen Einstellung arbeiten, dann kommt man damit prima zurecht. Auch wenn mich neulich ein lieber alter Bekannter recht besorgt angemailt hat und meinte “Ich habe Deine Site gelesen. Geht’s Dir gut? Ich mach mir da Sorgen!” (Nochmal Danke dafür, alter Ordenskrieger!): Ja, mir geht’s gut! Nur weil ich der Meinung bin, dass Vieles hier ziemlich im Argen liegt, nehme ich mir garantiert keinen Strick!

Denn mir ist klar: Ich kann nicht alles gradebiegen, was schief läuft oder was ich selbst verbocke. Ich kann nur dafür sorgen, dass ich die größten Schäden beseitige und man es mir nicht all zu übel nimmt. Und noch viel weniger kann ich dafür sorgen, dass diese Welt komplett tuffig und blumig wird, denn es gibt immer jemanden, der gerade genau am Gegenteil arbeitet. Außerdem stellt sich die Frage, ob das, was ich für völlig klasse halte, nicht zig andere Leute total ankotzt. Insofern wird man es ohnehin nie allen recht machen können, also vergesst das! Was ich aber tun kann ist Folgendes:

Ich kann mich dafür ins Zeug legen, aus dem, was ich habe, das Beste zu machen. Ich kann dafür sorgen, dass ich im Rahmen meiner bescheidenen Möglichkeiten auch Anderen, die mir wichtig sind, ein bisschen unter die Arme greife. Ich kann anders herum denjenigen, die in meinen Augen nur Mist bauen, das Leben schwer machen und damit ihr Scheissspiel vielleicht nicht verhindern, aber zumindest erschweren. Ich kann weiter ordentlich zappeln, statt stillzuhalten und mich mit dem Strom davontreiben zu lassen. Hauptsache ist doch, ich bleibe mir selbst treu.

Es geht also gar nicht darum, zu sagen “Ich rette die Welt!”, es geht darum, zu sagen “Egal was kommt, ich ziehe nicht den Kopf ein!”. Und das ist dann plötzlich gar nicht mehr so schwer, im Gegenteil, dafür bin ich trotz aller doofen Zwischenfälle immernoch stark genug.

Und wenn ich da irgendwann ins Zweifeln kommen sollte, weiss ich eins immerhin mit felsenfester Sicherheit: da sind vielleicht nicht viele, die versuchen werden, mir aus der Scheisse zu helfen, wenn ich es selbst irgendwann nicht mehr schaffe, aber die paar, die da sind, werden alles geben.

Am I strong enough? Do I belong enough? Keine Ahnung, aber wen interessiert schon das “enough”? Die Tatsache, dass ich weiss, ich kann stark sein, wenn ich muss, und dass da immer noch jemand hinter mir steht, wenn ich ins Wanken gerate, ist mehr, als viele Eimerköppe von sich behaupten können.

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