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23.10.2007

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Zeltfestalarm!!!

 

Schützenfest. Man stelle sich vor, ein Dorf ausser Rand und Band, alles und jeder auf den Beinen, um zu trinken, zu feiern, zu tanzen, zu futtern, Spaß zu haben auf unerdenklich primitive Art und Weise…

Wer wie ich in Lüchtringen groß geworden ist, der geht da in der Regel gerne und freiwillig hin, bezeichnet die ganze Chose als die lange Nacht von Freitag auf Mittwoch und macht schon Anfang des Jahres seinen Urlaub dafür klar. Wer das allerdings NICHT von klein auf erlebt hat…

Der Hase wurde adäquat vorgewarnt mit den Worten „Das muss das Boot abkönnen“. Danach wurde verkündet, „Wenn Du am Bahnhof ankommst, sind wir übrigens schon betrunken!“ Und das waren wir drei Hühner, als wir Spalier standen. In fact, meine beiden charmanten Begleiterinnen wollten sogar schon jemanden anderes für mich aussuchen, weil einfach so viele junge Männer aus dem Zug ausstiegen. Ich durfte dann aber doch noch meinen eigenen mitnehmen. Da war man dann großzügig.

10 Meter hinter dem Bahnhof dann die erste Härteprüfung: Wir stolpern in eine Traube weiterer Infizierter, im Grunde die halbe Leiterrunde der Pfadfinder. Dass niemand versucht, Hufe und Zähne zu kontrollieren, rechne ich allen hoch an, angesichts der neugierigen „Ich guck nur mal so“-Blicke. Ich grinse dämlich vor mich hin, stelle alle einander vor und warte darauf, dass sich jemand von meiner Hand losreisst und um den nächsten Zug nach Hause bettelt. Aber nein, man bleibt gelassen.

Nach einer kleinen Gepäckabwurfaktion mit Aufholtrinken und Katze kennen lernen starten wir 4 dann wieder durch. Die Damenwelt hat sich formschön gekleidet in eigens für das Schützenfest bedruckte T-Shirts. So steht auf meinem Rücken ein dezentes „Wenn ich lalle, gebt mich bei INA ab“. Ina und Verena (ehemals „Paul“) haben wie ich viel Zeit und Muße in diese herrlichen Gewänder gesteckt, und wieder warte ich auf Schocksymptome. Wieder bleiben sie aus. Harte Sau.

Das Festzelt wird gestürmt, nachdem die traditionelle erste Eiterbeule verspeist wurde (Ich kann mich nicht erinnern, wann ich dieses Jahr je Minicalzone gegessen hätte, aber zum Schützenfest schafft man notfalls 4-5 an einem einzigen Wochenende…). Zwei lange Theken, eine Tanzband, die halbwegs erkennbar alles zwischen AC/DC und Marianne und Michael covert, Hauptsache, die Leute tanzen, Hitze, dünnes Bier, Lärm, und dort vorne links der Tisch mit der Partyrunde vom Bahnhof.

Wir setzen uns, genehmigen uns die ersten Getränke, und plappern munter drauf los. Eine hinnehmbare Version von „Westerland“ verleitet den kompletten Tisch zum Mitgröhlen. Dabei gerät unsere Darbietung nicht ganz so hinnehmbar, aber neben mir wird tapfer mitgesungen. Irgendwann kommt die umsichtige Anfrage, ob ich ihm Bescheid gebe, wenn er sich auf den Stuhl stellen muss. „Auf den Stuhl?! Jetzt doch noch nicht!“ - „Ich dachte nur, da vorne stehen schon welche drauf! Also wenn, dann sag einfach Bescheid!“ Ich muss breit grinsen. Sollst doch gar nicht mitdenken! Sollst das bloß halbwegs unbeschadet überstehen, mehr wird gar nicht verlangt!

Wir verlegen irgendwann nach draussen, was temperaturtechnisch klar die bessere Alternative ist. Ritterlichst wird eine Minipizza für uns zwei herbeigeschafft, während ich für mehr Getränke sorge. Irgendwann gegen 2h kommt dann der Hinweis, dass er jetzt knapp 20h wach und ausserdem betrunken ist und gerne langsam in die Horizontale will. Ich bin gönnerhaft, da selber reichlich müde.

Lieber Sven, tapfer warste!

Aber leider nicht der Richtige.

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