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Wie kommt es, das blutige Nasen auch nach Verstreichen der üblichen Halbwertszeit noch so taufrisch zu sein scheinen, während die
schönen Dinge schneller verblassen, als man „Hey, mir geht’s super!“ sagen kann?
Warum nimmt man so bereitwillig alles negativ Aufgefallene als von allen Beteiligten exakt so geplant und gewollt an, hinterfragt nicht
einmal, ob man da vielleicht was einfach in den falschen Hals bekommen hat, irgendwas zur falschen Zeit am falschen Ort auf den Tisch kam, sondern stempelt die Situation als endgültig über die Wupper gegangen ab,
während andererseits gute Erlebnisse so schnell als Zufall, Missverständnis, „Meint der doch eh gar nicht so“, sonst was abgehakt werden? Warum ist es so viel einfacher, Beleidigungen anzunehmen als Komplimenten zu
glauben? Warum läuft bei allem, was einem Nettes passiert, sofort im Hinterkopf das Analyseprogramm, das nach dem Haken an der Sache sucht?
Irgendwann war da doch mal ein fröhliches „Tu es JETZT!“, ein „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“. Was ist daraus geworden? Ist da
wirklich nur noch ein „Wer wagt, gewinnt deshalb noch lange nicht“ übrig? Ein „Es kann auch mal wer anders was riskieren“? Ein „Gib Dich zufrieden mit dem, was Du hast, sonst bist Du das auch noch los“?
Wann wurde eigentlich das „Zähne zeigen“ durch „Wunden lecken“ abgelöst?
Und was viel wichtiger ist:
Wie, zum Teufel, komme ich aus der Nummer wieder raus?
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