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23.10.2007

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Mein perfektes Dinner

Der Wagen fährt vor, ich stürme mit der Handtasche im Anschlag nach draussen, den rechten Schuh noch nicht ganz an, die Haustürschlüssel noch nicht richtig im Gepäck verstaut, eine widerspenstige Haarsträhne quer im Gesicht hängend, aber das kümmert mich alles nicht. Ich freu mich immer noch über den spontanen Anruf. Warum nicht mal zusammen Essen gehen?

Ruckzuck sitze ich im Auto und werde mit einem kleinen Knuddeln begrüßt, die Musik wird aufgedreht, und los geht’s. Ich ernte ein kleines Kompliment, werde dann verhört, wie mein Tag so lief (Es lief nicht sonderlich spektakulär, aber ich soll trotzdem erstmal in Ruhe berichten) und bekomme vertraulich das Knie getätschelt. Wie selbstverständlich tätschel ich selbst zurück und ernte lachende Empörung: „Mach mich nicht nervös, ich muss fahren!“ - „Oooh, ich mache Dich also nervös…“ -„HÖR AUF!“

Wir parken, spazieren kurz noch durch die Innenstadt und kommen irgendwann beim Griechen an. Kein blöder Kommentar, als ich mir eine anständige Mahlzeit statt des frauentypischen „Salatblatt plus Minikleinigkeit“-Gerichtes bestelle, statt dessen angeregte Unterhaltung. Die Beilagensalate werden aufgetischt, und ich bekomme großzügig die Peperoni und die Olive vermacht, die mein Gegenüber nicht so ganz dringend essen will.

Als der Hauptgang serviert wird, sind wir mitten in einer angeregten Unterhaltung, lachen viel und fühlen uns offensichtlich beide pudelwohl miteinander. Es folgt ein kleiner Cocktail und ein leckerer Minikuchen als Dessert. Beides wird vom Haus gereicht, und über unsere Cocktailgläser funkeln wir uns verschwörerisch grinsend an: „Hier müssen wir aber öfter hin!“ - „Auf jeden Fall!“

Nachdem wir gleichzeitig verkündet haben, dass wir getrennt zahlen, und ein paar Euro den Besitzer gewechselt haben, schlendern wir gelassen zurück zum Auto.

Die Fahrt zurück könnte von mir aus ewig dauern, die Sonne strahlt noch fast so sehr wie ich, die Musik ist gut, das Schiebedach offen und wir singen beide laut mit. Vor meiner Wohnung angekommen werde ich noch mal liebevoll gedrückt und dann schweren Herzens gehen gelassen. „Das war so schön, das müssen wir wiederholen!“

„Ja“, antworte ich, „der Abend war fast perfekt.“

„Was denn“, die erschrockene Frage, „nur fast?“

„Naja, perfekt wäre es gewesen, wenn eine von uns ein Mann gewesen wäre, Verena…“

„Ja… Männer machen so was aber nicht…“

Wir gucken beide einen Moment lang etwas betreten, denken an unsere frisch Verflossenen, schauen uns dann wieder an, grinsen und sagen es beide gleichzeitig: „Männer…“

Und ich trolle mich in mein kleines Reich in der stillen Gewissheit, dass ich heute nen verdammt glücklicher Single war.

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