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23.10.2007

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Liebe Wow-Crew...

Danke

 

für die Erkenntnis, dass ich zwar lange brauche, um Vertrauen und mein Glück zu fassen, wenn ich plötzlich nicht nur selber liebe, sondern auch (angeblich?) geliebt werde, aber umso schneller damit klar komme, wenn ich dann wie ein ausgelutschter Kaugummi weggeworfen werde

 

für das faszinierende Erlebnis, ein Selbstbewusstsein, das stark genug ist, den Geschäftsführer in der Dienstbesprechung darauf hinzuweisen, dass es eine grundlegende Höflichkeitsfrage ist, sich gegenseitig ausreden zu lassen, oder sich auch ohne Traumfigur stressfrei an den Baggerteich zu legen, durch ein beiläufiges Schlussmachen via Chatflüstern innerhalb von wenigen Sekunden komplett demontiert zu bekommen - bis hin zum Zustand unkontrollierten Flennens

 

für die tröstliche Erfahrung, dass fast genauso schnell nach Bekanntwerden der Situation ein geschlechtsübergreifendes Band der Solidarität von Euch geknüpft wird, bis hin zu „endlich bist du frei für mich! ;)))“- und „oh no, mann, männer!“-Whispers, das so weit geht, dass neben der weiblichen Kavallerie, die fleissig Aufbauarbeit leistet, auch die Jungs erstmal aufzählen, warum ich quasi die absolute Hammerbraut bin und der Ex ein Esel sein muss, oder aber beichten, wie gern sie doch meine hocherotische Stimme im TS hören

 

für die strangesten Raids, die ich je erlebt hab, mit dem Ex in der Schlachtgruppe und einigen strahlenden Rittern, die Solidarität rüberflüstern oder fröhlich im TS mit mir schäkern

 

für den felsenfesten Optimismus, der auf mein kleinlaut gewhispertes Geständnis Marke „Ich weiss nicht, ob ich das packe, ich denk drüber nach, die Gilde zu verlassen“ augenblicklich mit einem inbrünstigen „Du schaffst das“ kontert

 

für die offenkundige Freude Eurer „Hi, Steffüüüü“s und „huhu, Mäusle“s, und die augenblicklich geflüsterten „Alles okay?“s, in dem Moment, in dem ich online komme

 

Aussenstehende werden es wohl niemals verstehen können, was die Faszination - und das Suchtpotential - dieses Spieles ausmacht, aber ich bin so froh und dankbar, dass ich dieses dämliche Spiel und damit Euch alle habe…

 

Früher hätte ich tagelang apathisch vor dem Fernseher gelegen, Schokolade und Eis in mich hinein gestopft, die Welt im Allgemeinen und die Männer im Besonderen verflucht, nach 14 Tagen irgendwann mal wieder das Tageslicht zu Gesicht bekommen und vor lauter Selbstzweifeln und Unsicherheit jeden maskulinen Blick zu mir rüber als abwertend und abgestoßen, jedes darauf folgende Lächeln als Auslachen empfunden. Monatelang.

 

Heute ist eine Woche nach der Trennung meine größte Sorge, ob ich genug Pots dabei hab, um alle Bossversuche abzudecken, und ob ich nochmal aus Versehen "Hase" sage, wenn ich bei meinem Verflossenen ne Nachfrage zur Taktik habe. Und ob er wieder mitkommt heute, weil wir schließlich seinen Heal brauchen. Nicht, weil ich so abgestumpft oder der Realität so entrückt wäre, um das Spiel vor meine Gefühle zu stellen, sondern weil ich so gut aufgefangen wurde, dass es mir rundum gut geht in meiner Haut.

 

Danke.

Ihr ward meine Rettung!

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