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Ich bin frei!! Frei, frei, FREI! *trallalla!*
Es ist ein gutes Gefühl, das immer und immer wieder zu sagen. Ach Quatsch, zu singen!! Wenn irgendwer hier einen auf Braveheart machen
kann, dann ich:
FREIHEEEEEIIIIIIT!!!!
Im letzten Jahr war endlich der Scheidungstermin. Ich hab’s hinter mir. Und heisse wieder wie früher. Meine Oma hat, glaub ich, vorher
5 oder 6 Kerzen für mich angezündet, und ich selber hab mich direkt nach dem Termin mit meiner Mum, Bob, Anja und Marian im “Hilton” (also dem kleinen Hotel, in dem mein halber Bekanntenkreis arbeitet und das Stinna
mal liebevoll so getauft hat) getroffen und ne Pulle Prosecco auf nüchternen Magen gekippt. Danach war ich sternhagelvoll, und das morgens um halb 11, aber mir ging’s fantastisch: ...and the world makes sense again!
Zusammen mit o.g. Mannschaft sowie Stinna und Verena ging es abends dann noch ins „La Casa“, den Italiener unseres Vertrauens, wo ich
den nur langsam nachlassenden Alkoholpegel, den ich den ganzen Tag über brav auf Level gehalten habe, nochmal ein wenig nach oben geschaukelt hab. Abends kurz vor 22h hatte ich dann 12 Stunden durchgefeiert und war
selig im Bettchen, nachdem im Pup noch ein letzter kleiner Whiskey mitgenommen werden musste (So viel Zeit muss sein!).
Samstags drauf gab’s dann noch die Mottoparty „Wir werfen den Ring ins Feuer“, was wir, um meine Mutter zu beruhigen, natürlich NICHT
wirklich gemacht haben. Hatten nämlich gar kein Feuer! Und Anjas Plan mit der lustigen kleinen Voodoopuppe und den langen, heissen Nadeln haben wir auch gelassen. Wäre ja albern. Aber sicherlich auch irgendwie
witzig… *händereib*
Frei. Endlich.
Mein Anwalt hat mich dezent darauf hingewiesen, dass ich quasi schon am nächsten Tag, also dem 17. wieder zum Standesamt gehen und
wieder heiraten könne. Das kam so ungefähr, als wir 5 Schritte aus dem Amtsgericht raus waren.
Nein, danke.
Mir hat jemand eine eMail geschrieben, die nicht nur insgesamt sehr nett und freundlich, sondern in einem Punkt auch reichlich
scharfsinnig war: Da meinte jemand, ich wettere zwar so über pseudoglückliche Pärchen, würde aber irgendwo ganz tief drin doch auch letztlich nur nen Happy End wollen.
Mann, ja, natürlich, aber bitte die Betonung auf HAPPY!
Die letzten zaghaften Versuche waren dann doch eher nen Griff ins Klo, und komm mir bitte keiner mit lustigen Ideen wie „wir können
doch auch einfach nur so zum Spaß...“ und ähnlich grandiosen Vorschlägen.
Ausserdem hab ich ja immernoch das Problem, dass ich eher Hunden als Männern nachgucke, weil einem einfach nix Gescheites über den Weg
läuft, und wenn mal wer nett ist, ist da noch das klitzekleine Problem, dass ich momentan in einer emotionalen Sackgasse stecke, weil ich ja dann doch mal wieder der Meinung war, jemanden hinterhergucken zu müssen.
Um dabei dann vor ne Laterne zu rennen. Boing!
Ich meine, Sackgasse, das kennt jeder, oder? Du hängst da an etwas fest, von dem Du genau weißt, es geht in die Richtung eh nicht
weiter, aber Du findest dooferweise weder ne Wendemöglichkeit noch den Rückwärtsgang, und je mehr du rumöckelst, desto festgefahrener sind die Reifen, und dann kommt auch noch die tolle Idee auf, hey, fahr doch
versuchshalber einfach nochmal vor exakt die gleiche Wand, vielleicht klappt’s ja diesmal… (Wow, welch Bild!)
Tja, sagt da wer Schlaues, dann such Dir halt einfach jemanden, der das Zeug zum Navi hat. Prima Plan, aber da muss ich doch sagen, die
Idee hatte ich auch schon, und die klappt nicht so recht, denn irgendwie steht da die felsenfeste Annahme im Raum, dass das eigene Herz verdächtig ähnlich gestaltet ist wie das Labyrinth des Minotaurus: wenn man
sich einmal drauf einlässt, ist man verloren.
Wenn Du im Treibsand erstmal drinsteckst, greifst Du zwar zunächst relativ bereitwillig zu, wenn sich ein Ast bietet, der Dich
rauszuziehen verspricht (Ui, noch’n schönes Bild! Und Moment, das geht noch weiter:), aber wenn der dann bricht, guckst Du ziemlich dumm aus der Wäsche, denn Du rutschst wohlmöglich bloß noch tiefer rein in den
Schlamassel (Kennt Ihr auch, oder?! „Ach, wenn doch nur… DER hätte das nie gemacht… Blablabla“). Dann kannst Du entweder verzweifelt um Dich schnappen und an jedem dürren Zweiglein zerren, dass sich bietet,
wohlwissend, dass es eh nicht standhalten wird, oder Du strampelst mit den Füßen, um dann nur noch schneller zu versinken. Oder Du machst es ganz anders, und wartest in Seelenruhe ab, dass sich im Sturm ein
stattlicher Baum vor Dir niederschmeisst, an dem Du Dich hochhieven kannst.
Man stelle sich also vor, Steffie etwa hüfttief im Morast, gelegentlich kluge Dinge wie “Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos”
vor sich hinmurmelnd, ansonsten pfeifend in die Gegend stierend, das Kinn auf die eine Hand gestützt, entnervt mit der anderen Hand auf dem Schlick rumtrommelnd, ab und zu die Haare aus dem Gesicht pustend, und
ansonsten zu keiner weiteren Aktion mehr bereit.
Ich bin sicher, Ihr habt den Gedanken erfasst.
Tja. Ich bin frei. Aber irgendwie halt doch nicht. Blödes Spiel…
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