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Ich habe in Dir so viele Dinge entdeckt, die Du selber gar nicht gesehen hast. Und Du in mir wohl auch etwas Faszinierendes. Vor aller
Augen haben wir uns immer enger und enger umkreist. Ich Dich, bis Du um den Finger gewickelt warst, Du mich, um mich deinerseits zu bändigen, nachdem der Jagdinstinkt erst mal geweckt war.
Dumm nur, dass wir nichts miteinander anzufangen wussten, als wir uns dann gegenseitig in die Falle getappt waren:
Ich hätte Dich am liebsten aufgefressen - Du wolltest Dir lieber Abstand wahren.
Ich wollte das wilde Tier aus Dir rauskitzeln - Du aus mir ein zahmes Kätzchen machen.
Ich wollte Dich verstehen, begreifen, Dir ganz nah sein - Du wolltest, dass ich aufhöre, zu bohren und zu nerven.
Ich suchte einen Gefährten an meiner Seite - Du jemanden, der zu Dir aufsehen kann
Ich wollte Schulter an Schulter stehen - Du wolltest nicht ausgebremst werden
Selten haben sich zwei Menschen gegenseitig so konsequent überfordert wie wir uns. ;)
Gegensätze ziehen sich an, das ist wohl wahr. Aber manchmal ist das elektrisierende Knistern in der Luft doch nur der Vorbote des
unvermeidlichen Unwetters.
Aus meinem 7. Himmel haben mich erst die dunklen Wolken herausdrücken wollen, und schließlich hat mich Dein Blitz auf den Boden der
Tatsachen zurückgeschleudert. Hoch fliegen, tief fallen, am Boden zerschellen. Es brauchte seine Zeit, bis das Donnergrollen verstummt war, aber nichts geht über ein klärendes Gewitter.
Du hast mich am Ende sehr verletzt. Aber vielleicht war das gut so, denn weiter mit Dir umeinanderzukreisen, ohne sich wirklich näher
zu kommen, hätte einen stolzen Preis gefordert: Je höher man fliegt, desto kälter wird es. Und ich liebe die Wärme zu sehr, um sie aufzugeben. Ich muss nicht über den Wolken schweben, ich brauche Nähe, und die habe
ich inzwischen gefunden.
Ich weiss nicht so recht, was Du eigentlich suchst, aber ich hoffe, Du findest es irgendwann.
Alles Gute, Daniel.
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