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09.04.2006

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Noch 'ne Männergeschichte

Diese kleine Story stammt von einer Leserin/Autorin, die ich Euch nicht vorenthalten wollte. Mal davon abgesehen, dass die sich echt Mühe gegeben hat, kann die nämlich auch noch ganz witzig schreiben!

**********************

Es gibt Momente im Leben einer Frau, da fragt man sich einfach nur: Wer versteht diese komischen Zweibeiner, die sich Männer nennen??? Außer sie sich selbst wahrscheinlich keiner von uns Frauen. Ähnlich erging es mir mit Marco*.

Marco war ein Mann der ganz besonderen Sorte. Marco konnte saufen wie 'nen Fass ohne Boden, fressen wie ein Schwein (und das meine ich so, wie es da steht) und war eigentlich, um es mal ganz genau zu sagen, ziemlich blöd. Na ja, in der ersten Verliebtheit schwebt man ja eh auf Wolke sieben mit rostroter Brille durch das Weltgeschehen und man kriegt davon noch nicht allzu viel mit bzw. man verdrängt es auch gerne mal. Marco war/ist? bei einer gemeinnützigen Gruppe der Bundesrepublik Deutschland tätig, und somit haben wir uns eh nur am Wochenende gesehen. Was auf der einen Seite gar nicht so verkehrt war, auf der anderen Seite irgendwie ganz schön scheiße war, weil wäre er unter der Woche auch hier gewesen, hätte ich wahrscheinlich viel früher gemerkt, wie dumm er wirklich ist.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob wir das Ganze wirklich "Beziehung" nennen konnten. Aber man ist ja dann nicht so und somit habe ich mir einfach Mühe gegeben, um es für andere als Beziehung deutlich zu machen. Das erste Mal lustig mit Marco wurde es, als er, nachdem wir am Telefon stundenlang darüber diskutiert hatten wo wir essen gehen, zum Chinesen einlud. Zumindest versuchte er es!!! Er holte mich aus der kleinen Ortschaft an der Weser ab, und ich sagte noch zu ihm: "Halt bitte noch bei der Bank an, ich muss noch Geld abholen". "Nein" sagte er "Schatz, du brauchst kein Geld, ich lade dich ein." Ich hab dann noch ein bisschen gedrängelt, aber er blieb dabei.

Bevor wir nun Essen gingen, sollten wir seinen Cousin noch zu einer Geburtstagsparty bringen. Gesagt - Getan. Aber als wir dort ankamen, stellte ich zu meiner Freude fest, dass diese bei einer ehemaligen Klassenkameradin stattfand. (Zufälle gibt's!!) Diese war nach der Schule weg gezogen. Also bin ich noch kurz hallo sagen und dann hat Katrin uns zum Essen bei sich eingeladen. Es gab Lasagne. Mein Glück!! Denn als wir viel später in der Zille landeten und Marco wie immer "Schatz, was willst du trinken, such dir was aus!!" grölte und ich dann 2 Bier für uns bestellt hatte, durfte ich zahlen, weil Marco hatte nämlich gar kein Geld dabei. Ich darf mir bis heute nicht überlegen, was passiert wäre, wenn wir zum Chinesen gegangen wären. Wir hätten wahrscheinlich Teller ohne Ende spülen müssen!!!!

Dieses war der 1. Streich, der 2. folgt sogleich....

Irgendwann, inmitten dieser herrlichen 3 Monate, die ich mit Marco geteilt habe, musste meine Freundin einige Wochen in Düsseldorf arbeiten. Nun gut da bot es sich ja grade zu an, diese einmal zu besuchen. Also machten wir uns an einem Mai Wochenende zusammen mit einem befreundeten Pärchen auf nach Düsseldorf. Marco fuhr. Nachdem wir, Marco hatte sich unterwegs ein paar Mal verfahren (obwohl er uns vorher versichert hat "Ich kenne die Strecke"!!!!) nach einigen Stunden Fahrt (ich glaube 4 oder 5) in Düsseldorf ankamen, sind wir natürlich erstmal alle zu Nina in die Wohnung gefahren, um zu duschen. Das haben auch alle getan, außer Marco. Marco meinte, er hätte das noch nicht nötig (wortwörtlich: Das lohnt noch nicht).

Nina arbeitete in einem Schlossmuseum, idyllisch nahe am Rhein gelegen. Ideal für einen Spaziergang in der Mittagszeit. Also besuchten wir erst Nina, und gegen 12 gingen wir dann Richtung Rhein durch den Schlosspark, in dem jede Menge alte Omis rum tüdelten. Wir haben uns ziemlich gut unterhalten, und so bemerkte ich viel zu spät, was Marco da eigentlich in seiner Tasche hatte, denn auf einmal gab es nur einen BOOM und dann immer wieder bis ich ihn durch mein Gebölke zum Aufhören bewegen konnte. Spielkind Marco hatte Böller in seiner Jackentasche gefunden. Aber kaum hatten wir den Rhein erreicht blitzten seine Augen auf, und ehe es irgend jemand verhindern konnte, hatte Marco sich schon halbnackt (nur noch in Unterhose) in die Fluten des Rheines gestürzt. Ich hab dann irgendwann machtlos und völlig am Ende mit den Nerven aufgegeben, überhaupt noch irgendwas zu sagen. Hat ja doch nichts gebracht.

Abends sind wir dann mit alle Mann in die Innenstadt zur längsten Theke der Welt gewandert, und haben in jeder Kneipe einen getrunken. Marco, der saufen kann/konnte wie ein Fass ohne Boden war nach 4 Bier so was von voll, das wir ihn, nachdem er auf der Koe noch einige Schaufenster voll gerotzt hatte, nur noch in die Straßenbahn tragen konnten. Aber kaum hatte er wieder 'nen Sitz unterm Arsch, schon war er wieder voll fähig. Also, ich versuchte vergebens ihn zu hindern, ging er nach vorne und belästigte den Schaffner mit seinen Problemen. Ob er denn nicht mal an der nächsten Tankstelle anhalten könne, er bräuchte doch noch unbedingt noch 'nen Bier. Dieser hatte ihn aber, komischerweise, wieder auf seinen Platz verwiesen. Warum nur An der letzten Station mussten wir alle raus. Marco und der Freund von Sabrina waren gleich nach dem Aussteigen spurlos verschwunden. Gegen 3 Uhr morgens bimmelte es an der Tür und davor lagen, welch Wunder, Florian und Marco. Beide voll gekotzt bis oben hin und toten stramm.

Am nächsten Morgen, (kurz bevor wir wieder nach Hause gefahren sind, denn das hielten wir alle für besser) musste ich (ich hatte die Nacht auf dem Sofa verbracht, neben so einem hält man es echt nicht aus), Marco aus seinen süßesten Träumen wecken Ich nehme an, das er wahrscheinlich von nem Fass Pils geträumt hat weil er so selig aus gesehen hat. Aber zum Duschen ließ er sich immer noch nicht bewegen, geschweige denn zum Zähneputzen. Aber das hatte er, nachdem ich ihm gesagt habe, dass ich ihn nicht mehr anfasse, doch freiwillig gemacht, Zwar eher widerwillig, aber immerhin.

War ich froh, als ich Zuhause war. Besser konnte es gar nicht sein als Zuhause sein und Ruhe zu haben. Doch der dritte und letzte Streich, kommt jetzt.

Nach diesem Wochenende brauchte ich erstmal Ruhe vor Marco. Zwei Wochen später passierte dann aber das absolut ausschlaggebende das alles, was in Düsseldorf war, übertraf. Bah. Wenn ich daran denke, wird mir jetzt noch schlecht. Wir waren zu einer Geburtstagsfete in seinem Heimatort eingeladen. Da ich zu jenem Zeitpunkt aber noch nicht in Besitz eines Führerscheines war, musste ich wohl oder übel bei Marco pennen. Na ja im Prinzip ist da ja auch gar nichts bei. Marco allerdings hatte schon wieder mal 6 oder sogar 8 Bier getrunken, und war mal wieder total stramm. Also griff ich ihn mir um halb eins und ich ging (er torkelte) nach Hause.

Dort angekommen ist er gleich aufs Bett gefallen, und eingeschlafen. Dem Himmel sei Dank, dachte ich nur. Gegen halb 6 morgens wurde ich dann wach, und im Dämmerzustand packte ich noch einmal nach links, nur um zu gucken, ob noch alles da ist. Doch ich packte ins Nasse. In mir kroch ein Gedanke hoch, und schnell sprang ich aus dem Bett. Marco ging unterdessen aufs Klo. Als er wiederkam, sagte er: "Monika*, wir müssen der Wahrheit jetzt ins Auge sehen. Ich habe ins Bett gepisst!!!!!" In dem Moment musste ich nur noch lachen.

Das war das Ende einer Beziehung, die im Anfang unter einem solchem gutem Stern gestanden hat. Verstehen tue ich Marco heute noch nicht. Aber lustig war´s ja doch im Nachhinein.

*= Namen geändert!!!

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