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09.04.2006

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Viel Lärm um Nichts

Ich liebe Shakespeare, seit ich das erste Mal “Romeo und Julia” in einer zugegebenermaßen reichlich angestaubten Verfilmung gesehen habe, heiss und innig. Drehbuchautoren der heutigen Zeit wissen sich nicht ohne Grund oft keinen anderen Rat mehr, als dreist bei dem alten Viktorianer zu klauen, denn der Junge hat so wunderbar lebendig geschrieben, dass man die Tränen in die Augen bekommen könnte. Hass und Liebe, Freundschaft und Verrat, Verwechslungen, Intrigen, Unglücksfälle, Liebeleien, Mord und Totschlag, Drama, Komödie: Shakespeare ist unschlagbar.

Schön, wenn der alte Stoff dann so frisch und spritzig in ein neues Gewand gepackt wird wie in diesem Film von Kenneth Branagh, den ich persönlich schon viel zu oft gesehen habe.

Regisseur Branagh serviert uns eine malerisch schöne Toskana, wo auf dem herrlichen Gut von Senior Leonato (Richard Briers) eine ganze Bande von liebenswerten Charakteren kleine amoröse Nachhilfen leistet für ein völlig schräges Paar, dass eigentlich gar keins sein will. Auf der einen Seite ist die schöne Beatrice (Emma Thompson), die wortgewandt und fröhlich im Grunde auf alle Männer pfeifen will, auf der anderen Seite steht Benedikt (Branagh selbst), ein Edelmann mit mindestens genauso spitzer Zunge wie die Dame und nebenbei auch noch eingefleischter Junggeselle. Den beiden scheint nichts mehr Vergnügen zu bereiten, als sich gegenseitig den ganzen lieben Tag lang wortreich in die Pfanne zu hauen.

Schlagartig wendet sich das Blatt, als ihre Lieben beschließen, die beiden miteinander zu verkuppeln: hierfür wird beiden heimlich zugetragen, dass der jeweils andere unsterblich in ihn/sie verliebt sei, und dann geht der Spaß erst richtig los...

Sowohl die Hauptdarsteller Kenneth Branagh und Emma Thompson, als auch Nebendarsteller wie Michael Keaton oder Denzel Washington machen diesen Film zu einem kleinen cineastischen Gedicht. Diese lockerflockige Komödie ist genau das Richtige, wenn man einen schlechten Tag erwischt hat und sich irgendwie aufmuntern will. Dabei wird der Film nicht einmal übermäßig kitschig. Ist halt der echte, ungestreckte Stoff des großen alten Meisters geblieben! Schade nur, dass sogar die DVD nur mit der deutschen Synchronisation aufwartet. Hier hätte der O-Ton sicherlich noch mehr Spaß gebracht.

 

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