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Hast Du jemals jemanden geliebt, der.... der Deine Liebe nicht erwidert hat, Macey?” - “Ja, Lenny. Das habe ich.” - “Und trotdem hört man nicht
auf, sie zu lieben. Man kann sie trotz allem noch verstehen, und ihnen vergeben.” - “Ich schätze, schon.” - “Es hat Dich nicht davon abgehalten, sie beschützen zu wollen. Oder?”
Oh, Lenny: ganz falscher Adressat für einen ansonsten zutreffenden Text!
Lenny Nero (Ralph Fiennes), Ex-Cop und
hauptberuflicher Taugenichts, dealt mit SQUID-Clips (fragt mich nicht, was diese Abkürzung bedeutet - hat aber irgendwas mit Synapsen zu tun...), den gespeicherten Aufzeichnungen von bestimmten
Hirnfunktionen, die die Umwelt für einen Menschen erlebbar machen. Mit Hilfe eines SQUID-Decks und dieser Clips kann man die Erlebnisse eines anderen Menschen nachempfinden, als ob man
dieser Fremde wäre. Alles, was man tun muss, um diese SQUIDs aufzunehmen oder abzuspielen, ist eine Art Haarnetz zu tragen, dessen Rezeptoren das Hirn entweder abtasten oder eben stimulieren.
Die Technik ist äußerst illegal, aber da sie jedem Hinz und Kunz ermöglicht, einmal zu erleben, wie es ist, mit einer durchgeladenen Pump-Gun einen Schnapsladen zu stürmen oder es mit drei Frauen und ‘nem
Hund gleichzeitig zu treiben, auch äusserst gewinnträchtig.
Mace (Angela Bassett) ist Lennys ständiger Retter in der Not, ohne die er
völlig aufgeschmissen wäre. Sie arbeitet für einen exklusiven Fahrdienst, der gleichzeitig Personenschutz anbietet, und ist entsprechend gut vorbereitet, als aufgrund eines brisanten SQUID-Clips plötzlich für
Lenny die Kacke am Dampfen ist. Oh, und hatte ich erwähnt, dass sie in Lenny verliebt ist?
Der kommt immernoch nicht darüber hinweg,
dass ihn Faith (Juliette Lewis, stark wie immer und mit hammergeiler Gesangseinlage!) für den Musikproduzenten Philo sitzengelassen hat. Die will ihn aber am Liebsten gar nicht mehr zu
Gesicht kriegen, was Lenny dazu bringt, sich immer und immer wieder alte SQUIDs mit ihr reinzuziehen. Er führt somit ein völlig vergeudetes, trostloses Leben voller Liebeskummer, und geht damit allen auf die
Eier. Aber das ist noch nicht alles: Max, ebenfalls ein Ex-Bulle und Lennys bester Freund, gesteht, dass er Faith in Philos Auftrag schon seit Wochen überwacht.
Und plötzlich taucht da dieser Clip auf, der so heiss ist, dass Menschen dafür umgelegt
werden. Lenny weiss, dass Faith irgendwie in die Sache verwickelt ist, während Mace alles daran setzt, ihn aus der ganzen Chose rauszuhauen. Was tut man nicht alles aus Liebe?
Ja, natürlich gibt’s ein Happy-End, aber was soll’s? Bassett als heisse schwarze Bodyguard-Taxitante Mace ist dermaßen klasse, dass ich
ansonsten tatsächlich mein Geld zurückgewollt hätte. Fiennes erinnert hier weder an den “englischen Patienten” noch an die Vergewaltigungsszene aus
“Pulp Fiction”, sondern geht voll und ganz in der Rolle des totalen Losers Lenny auf, während Juliette Lewis bei ihrem Auftritt als halbnackte Sängerin sogar mich scharf macht, kein Scheiss!
Die Grundidee des Films mit den SQUID-Clips wird selbstredend jeden, der mal was vom Rollenspiel “Shadowrun” gehört hat, an BTL-Chips
erinnern, und insgesamt kommen ausgediente Schattenläufer wie ich hier prima auf ihre Kosten. Bei diesem Endzeitstimungs-Szenario zur Jahrtausendwende (die Idee zum Film enstand Anfang der 90er, auch wenn
die Umsetzung erst kurz vor dem gezeigten Jahreswechsel zum Jahr 2000 erfolgte) fehlt nur noch, dass das Ganze in Seattle spielt und irgendwie ein Drache auftaucht!
Es werden Leute verhauen, es spritzt auch mal Blut, der Streifen ist ziemlich düster, und obwohl hier Lütschi definitiv sein Geld zurück will,
der Sack, kann ich nur sagen: Höllenflick. Dann noch ‘ne schöne Party.
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