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Ich hab schon ne Menge erwartet, nachdem Thorsten mich völlig heiss gemacht hatte auf diesen Film. Monate vor dem Kinostart wurden mir
von dem schon Links geschickt mit Ausschnitten aus den Comicvorlagen von Frank Miller, die ich allesamt extrem geil fand.
Düster, sexy, markig. Hat was. Miller weiss, was er tut.
Ich war also extrem gespannt, wie die filmische Umsetzung werden würde, zumal Robert Rodriguez („Desperado“, „From Dusk Till Dawn“) ja großspurig verkündet hatte, dass eine Umsetzzung 1 zu 1
angestrebt werde, und zwar von den Comics “A Hard Goodbye”, “The Big Fat Kill” und “That Yellow Bastard” (Was die Bände 1, 3 und 4 der “Sin City”-Reihe darstellt). Um diese zu erreichen, durfte Frank Miller
höchstpersönlich bei der Regie mitreden und seine Original-Comics als Storyboard hergeben, was einen Austritt (NICHTAusschluss!) Rodriguez’ aus der Director’s Guilt of America begründete. Rodriguez wollte hierdurch
vermeiden, Kompromisse eingehen zu müssen; besonderen Wert legte er auch darauf, Miller als Co-Director in den Credits unterzubringen. Um seine Vorstellungen umsetzen zu können, verzichtete er mit seinem Austritt
auch auf eine bereits vertraglich gesicherte Produktion NACH dem Sin City-Dreh. Das nenn ich Einsatz!
Nun, ja, zurück zum Flick: Wir sind also bewaffnet mit Cola und Lakritzpandabärchen ins Kino gestürmt, die Jungs haben sich noch
Nacchos geschnappt, und schwups, ging’s los.
WOW.
Allein die erste Szene (Die mit den drei oben genannten Vorlagen übrigens nichts zu tun hat, sondern die Kurzgeschichte “The Customer
is Always Right” umsetzt) ist schon optisch so abgefahren, storymäßig so geil gemacht und mit dem Text aus dem Off, der die “Erzählkästen” im Bild der Heftvorlage ersetzt, so saucool, dass ich sofort überzeugt bin,
das kann nur spitzenmäßig werden.
Ach ja, was soll ich sagen?! Es ist schön, Recht zu haben!
Die Charaktere, die Atmosphäre, die Farben, beziehungsweise das fast völlige Abhandensein selbiger, das den gezielten Einsatz dann noch
krasser wirken lässt, die haarsträubenden Plots, die stellenweise nur als albtraumhaft bezeichnet werden können, voller Brutalität, Blut, Kanonen und wahnsinnsheissem Sexappeal, dazu ein saugut rüberkommender Bruce
Willis (“The Sixth Sense”, “Unbreakable”, “Stirb langsam”) , der Hartigan, den letzten guten Cop Sin City’s gibt, neben Jessica Alba (“Honey”, “The Fantastic Four”, “Dark Angel”), als Stripperin Nancy, die einfach nur durch laszives Lassoschwingen ein elektrisierendes Prickeln über die Leinwand jagt (Wie sagt Miller?! “Skinny
little Nancy Callahan. She grew up. She filled out.” - Meine Güte, diese Frau ist ein HAMMER!), ausserdem Elijah Wood (“Herr der Ringe”, “The Faculty”, “Die Abenteuer des Huckleberry Finn”) in der abgefahrendsten Rolle seines noch jungen Lebens, Mickey Rouke (“Mann unter Feuer”, “Irgendwann in Mexico”) als Marv, die hässliche Rachegott-Hansaplastwerbung auf Beinen, Benicio Del Toro sowie Michael Madsen als böse Bullen, Rosario Dawson (“Men
in Black II”) als Königin der Huren, Josh Hartnett (“Black Hawk Down”, “Pearl Harbor”, “40 Tage, 40 Nächte”) allen Ernstes (und überzeugend!) als eleganter Auftragskiller,
Brittany Murphy als Kellnerin mit Hang zu den falschen Männern, Rudger Hauer, Nick Stahl, Clive Owen…
Sehr viele, sehr coole Akteure, die das Ganze zu einer wahren Orgie aus Sex, Gewalt und ner Menge Stil werden lassen.
Ich bin jedenfalls gespannt auf die für 2006 und 2008 geplanten Fortsetzungen.
Mein Fazit: Geilste Comicverfilmung, die ich je gesehen habe; dieser Streifen stellt sogar Tim Burtons Batmanfilme in den Schatten, und
DAS will was heissen!
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