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09.04.2006

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Romper Stomper

Dieser Film polarisiert sein Publikum.

Während er in seiner Heimat Australien Preise abgeräumt hat, wurde hierzulande darüber nachgedacht, ihn zu indizieren, weil er angeblich gewaltverherrlichend sein sollte. Die Naziszene betrachtet ihn als ihren absoluten Szenehit, und bei der Premiere in London lief die “British Anti-Nazi League” Sturm, während ich für meinen Teil ganz klar sagen muss: Keine Gewaltverherrlichung, keine “Es lebe die Nazi-Ideologie”-Message, dafür eine ganz klare Botschaft:

Es ist immer wesentlich leichter, sich gegen andere aufzulehnen, als sich mit sich selbst und den eigenen Problemen auseinandersetzen zu müssen.

Und: Liebe gibt nur Stress.

Der Streifen handelt von einer Nazigang in Melbourne, die die vietnamesische Nachbarschaft auf’s Brutalste aufmischt und damit mehr Ärger heraufbeschwört, als sie vertragen kann. Gleichzeitig wird die klassische Dreiecksgeschichte Mann-Bester Kumpel-Frau exzellent in Szene gesetzt, Missbrauch in der Familie thematisiert und der Unterschied zwischen sexueller Anziehungskraft und Liebe herausgearbeitet. Und das alles, ohne dass irgendeines dieser Themen die übrigen in den Hintergrund drängt oder der Film auch nur eine Minute lang überladen wirkt.

Die Stimmung ist düster, die Bilder sind teilweise verdammt brutal, und einige Szenen sind dermaßen verstörend, dass man sich anschließend wünscht, sie gar nicht gesehen zu haben. Am Überragendsten ist allerdings Russel Crowe, der einen so überzeugenden Gangleader spielt, dass einem allein von seinen superkontrollierten, intensiven Seitenblicken ein Schauer den Rücken runterläuft. Crowe spielt hier mit der ruhigen Ausstrahlung eines Tigers vor dem Sprung, wirkt wie ein Vulkan, der jeden Moment ausbricht. Und er bricht am Ende so fürchterlich in sich zusammen, dass man beinahe Mitleid mit ihm haben könnte.

Egal, wie viele Preise er für die Rolle des Hando eingeheimst hat: er hat jeden einzelnen davon verdient. Hando ist das charismatischste Arschloch, dass das Kino je gesehen hat. Das unten eingefügte Bildchen wird dieser Wahnsinnsleistung ebenso wenig gerecht wie mein Geschreibsel diesem Hammerfilm.

Wenn Ihr irgendwie an diesen Streifen rankommt, seht Euch unbedingt die O-Tonfassung an. Lohnt sich. Versprochen.

Ach, und Ölaf?! Danke auch für diesen Streifen!

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