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Das Leben ist manchmal verdammt seltsam. So bin ich heute bei Carsten abgehauen mit zwei Videos, und eins davon war dieser Streifen. Ich habe
“Romeo must die” seinerzeit mit Linne und Lütschi im Kino gesehen, und Linne und ich haben diesen Film GEHASST. Ich war völlig angenervt von der Story, wollte Aaliyah wegen ihrer ach so coolen Synchronstimme an die
Gurgel gehen und Lütschi die rote Karte verpassen, weil er es wagte, sowas wie “Also, ich finde den Film gar nicht soo schlecht” zu sagen. Selbstredend hatte ich vor, mir den Streifen nochmal anzusehen und ihn dann
hier in der Luft zu zerreissen. Und siehe da: plötzlich hatte ich Fun an dem Ding! Unglaublich!
Die Story ist schnell
beschrieben: Aaliyah als Trish ist die Tochter eines schwarzen Ganoven (Delroy Lindo), Jet Li als Han (...und ich ergänze hier immernoch jedesmal im Geiste ein “Solo”) ist der ältere von zwei
Söhnen eines chinesischen Gangsters (Henry O). Sein Bruder Po (Doch, der heisst wirklich so, dabei hat der noch nicht einmal einen in der Hose, dieses Hemd! Und jetzt stellt Euch vor: dieser
Chinesenclan heisst auch noch Sing! Also Po Sing: für mich hört sich das an wie Blähungen) wird eines Morgens an einer Laterne baumelnd aufgefunden,
was zu gehörigen Spannungen zwischen beiden Bösewichtern führt. Trishs Bruder Colin wird denn auch prompt aus dem soundsovielten Stock eines Hochhauses gestoßen.
Obwohl ein gehöriger Gangkrieg ins Rollen kommt, versuchen beide Gaunerbosse, ihre groß angelegten, dreckigen Grundstücksgeschäfte unter
Dach und Fach zu bringen, was die Aufklärung der Morde nicht gerade vereinfacht. Han und Trish schließen sich deshalb zusammen , um die Verbrechen aufzuklären (Daher die Anspielung auf Shakespeare’s größte
Lovestory).
Jet Li ist ja eigentlich schon ein ganz schön alter Knacker. Netterweise ist
er aber definitiv ein sehr knackiger alter Knacker, was übrigens auch für Russel Wong gilt, der in diesem Streifen ähnlich gründlich austeilt wie Li
und durchaus seinen Mann steht neben dem Hauptdarsteller. Fuck, das sind mal ein paar Kerle, lecker, lecker!
Tja, wie oben erwähnt: ich habe den Flick zweimal gesehen, und beim ersten Mal fand ich ihn völlig öde, wenn nicht gerade eine der höllisch guten
Kampfszenen lief (Besonders nette Idee: beim finalen Schlag/Tritt/Sprung schaltet das Bild sozusagen auf Röntgenblick und zeigt, wie die Knochen des
jeweiligen Gegners brechen - sehr cool gemacht, wie ich meine!). Beim zweiten Sehen fand ich ihn dann alles andere als langweilig.
Ob ich nun im Kino nicht in Form war oder heute, weiss ich nicht, aber während ich damals definitiv mein Geld zurück wollte, kann ich heute nur
sagen: sehr gute Arbeit, Mr. Li! Für die Action gilt selbstredend: Beide Daumen hoch!
Schade ist es ja um Aaliyah, die bekanntlich bei einem Flugzeug- absturz ums Leben gekommen ist. Eine sehr schöne Frau mit toller Ausstrahlung, der ich deshalb auch großzügig ihren Musikgeschmack
nachsehe. Das wäre übrigens der einzige eindeutig noch vorhandene Meckerpunkt: der Soundtrack ist absolut nicht meine Wellenlänge und dürfte wohl ungestraft als typisch schwarz bezeichnet werden (Hey,
ich habe keine Ahnung, ob das nun Rap genannt werden muss oder Hiphop oder R’n’B oder weiss der Geier wie!). Das führte wohl auch dazu, dass ich hier eben erstmal wieder ein bisschen Larkin abfeiern musste, hehe...
Nun ja. Ich bin sehr überrascht vom Ergebnis meines heutigen Vorsatzes, diesen Film völlig niederzumachen, aber so läuft das nunmal manchmal. Ist
dann auch lustiger gewesen, den Streifen nochmal mit ganz anderen Augen zu sehen, statt die ganze Zeit zu denken “Stell ab den Scheiss und schreib
einfach irgendwas!”. Wäre ja schön, wenn mir sowas noch öfter passieren würde. Ich werde aber den Teufel tun und mir jetzt nochmal Armageddon antun, Leute!
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