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09.04.2006

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Robin Hood - 
König der Diebe

Machen wir uns nix vor: so einen Typen wie Robin Hood hat es nie wirklich gegeben. Es handelt sich vielmehr um einen ebenso beliebten Mythos wie den sagenhaften Merlin oder sogar die komplette Tafelrundennummer mit dem Gral. Robin Hood ist einfach ein beliebtes Volksmärchen. So, wie die Nummer mit den Sterntalern wohl den armen Leuten Durchhaltevermögen beschert hat, wird das auch mit dem Beschützer von Witwen und Waisen im Sherwood Forest gewesen sein, keine Ahnung.

Wenn man also einen Film über einen legendären Helden macht, sollte man überwiegend auf eins achten, denn das ist Grundvoraussetzung, damit der Film funktioniert: man muss den Helden sympathisch machen.

Klingt einfach? Nun, bei diesem seltsamen Filmchen ist es anscheinend für alle Beteiligten zu schwierig gewesen: Kevin Kostner ist der schrecklichste Robin, den ich je gesehen habe: aufgeblasen, überheblich, selbstherrlich und arrogant. Ein Liebling der Massen? Ich als armer Bauer hätte den eher persönlich zur Strecke gebracht und sein Kopfgeld beim Sheriff von Nottingham kassiert, als dem auch nur einen Schritt in den Wald zu folgen.

Wer ist aber dann der Sympathieträger bei dieser Veranstaltung? Etwa Christian Slater als junger Will Scarlet? Hm, naja, bei pubertierenden Bravoleserinnen mit Sicherheit. Wer aus dem ersten großen Hormonchaos raus ist, wird den aber ebenso uncool finden wie Kostner, was eine reife Leistung ist: Slater ist an und für sich recht flott zu begucken.

Little John hat irgendwie was von diesem fetten russischen Bassisten (und ich rede hier vom Gesang!), dessen Namen ich ebenso erfolgreich verdrängt habe wie den des hier in Erscheinung tretenden Schauspielers. Der geheimnisvolle Maure, den Morgan Freeman hier gibt, wirkt zumindest für mich eher deplatziert. Maid Marian ist denn noch recht erfrischend, aber der heimliche Star dieses Films ist und bleibt kein anderer als der Bösewicht!

Alan Rickman ist als Sheriff einfach unschlagbar gut: böse, aufbrausend, komisch und schlichtweg anbetungswürdig. Sätze wie “So kann isch net aaabeide” lassen sich ebenso wunderbar einstreuen wie der Werbeslogan “Nimm zwei!” Der einzige Grund, sich diesen Mist anzutun, sind also seine göttlich dargebotenen Szenen. Ansonsten ist der Film echter Schrott, den man besser gleich bis zur näxten Sheriff-Situation vorspulen sollte, und warum Kostner so abgefeiert wird deswegen, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben: ich fand ihn nur in “Waterworld” zum ersten und einzigen Mal richtig gut.

Wer sich durch den kompletten Film quälen will, sollte einen Löffel benutzen, damit es mehr weh tut.

 

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