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23.10.2007

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Das Phantom der Oper

Steht Ihr auf Musicals? Also, so richtig die großen Knaller? Cats? Starlight Express? Miss Saigon? Les Miserables? Dann ab ins Kino! Häh? Wie jetzt... Dochdoch, richtig gelesen, denn dort gibt es zur Zeit eine ganz wunderbare Verfilmung vom Phantom der Oper zu sehen. Christine (Emmy Rossum), ein Waisenmädchen, dass an der Pariser Oper im Chor singt, findet ihren Mäzen in der finsteren, geheimnisvollen Gestalt des sogenannten Phantoms (Gerard Butler), das durch geschickte Attentate immer wieder auf sich und seine Geldforderungen an die Opernbetreiber aufmerksam macht.

Regelmäßige Gesangsstunden durch ihren anonymen "Engel der Muse" haben ihr eine glockenhelle Stimme verliehen. Ihm hat sie es auch zu verdanken, dass Charlotta (Fantastisch als verzickte Primadonna: Minnie Driver) sich weigert, die Premiere der neuen Oper zu singen. Unverhofft steht Christine plötzlich arienträllernd als Star auf der Bühne. Hier fällt sie auch Raul auf, einer alten Jugendliebe. Raul verliebt sich sofort und wünscht sich nichts sehnlicher, als den Rest seines Lebens mit ihr zu verbringen. Dumm nur, dass das Phantom da genau das Gleiche vorhatte...

Ich habe seit Jahren die englische Originalausgabe des Musicals mit dem hervorragendem Michael Crawford zu Hause, und träller gerne auch mal mit. Ich habe mir auch tatsächlich die Vorführung damals in Hamburg angesehen, und ich hab angesichts der damaligen Inszenierung Gänsehaut gehabt.

Im Grunde war für mich unvorstellbar, wie man dieses gewisse kribbelige Musicalfeeling auf die Leinwand transportieren solle. Ich muss dennoch offen sagen: Der Film ist saugut.

Die Stimmung wird gleich zu Anfang herrlich eingefangen, indem mit ramponierter Schwarzweissoptik die Versteigerung gezeigt wird, bei der viele Objekte aus der Zeit des Phantoms versilbert werden. Wie in der Bühnenadaption auch wird hier die Szene nahtlos "in die Vergangenheit befördert", nur dass das dank CGI natürlich wesentlich tiefer unter die Haut geht. Die Möglichkeiten des Mediums Film werden voll ausgeschöpft, ohne den Charme des Ganzen zu ruinieren. Dass Webber höchstselbst mit Hand angelegt hat, merkt man insofern, als dass der Streifen so nah wie möglich an der alten Inszenierung festhält. Wer nie die Zeit oder das Geld übrig hatte, das Musical live zu erleben, findet hier also eine günstige und wundervolle Alternative.

Einziges Problem für mich: Immer wenn ich mitsingen wollte, hatte ich nur die englischen Texte parat. So was fällt auf im Kinosaal... ;)

 

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