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Nun, wer kennt das nicht: Wochenende, und Du hast mal wieder zu tief ins Glas geguckt. Passiert ja in den besten Familien mal. Richtig
ärgerlich daran ist dann eigentlich auch nur, wenn man morgens verzweifelt versucht, auf den Schirm zu bekommen, was man in der Zeit zwischen dem letzten Wodka-A und dem Erwachen im Bad mit dem Klo im Arm so gemacht
haben könnte.
In „Memento“ hat der gute Leonard (Hui, gut! Guy Pearce; „L.A. Confidential) eben jenes Problem, allerdings dauerhaft: seit er bei
einem Einbruchüberfall schwer am Kopf verletzt wurde beim Versuch, seiner Frau zur Hilfe zu eilen, ist sein Kurzzeitgedächtnis beschädigt: wenn er sich nicht ausserordentlich konzentriert, vergisst er innerhalb
weniger Augenblicke alles, was er gerade erlebt hat. Um trotzdem dem Verbrecher auf die Schliche zu kommen, der seine Frau in jener Nacht vergewaltigt und ermordet hat, hangelt sich Leonard täglich durch selbst
gegebene Hinweise: Tattoos, Polaroids, Notizen.
Dabei stößt er immer wieder an die Grenzen seiner Erinnerungen: Wer ist Teddy? Wieso hilft ihm Natalie (Carrie-Ann Moss; „Matrix“,
„Chocolat“) eigentlich? Welche Spuren führen wirklich zum Mörder seiner Frau?
Trauer, die nicht verarbeitet werden kann, Rachegelüste und sachliche Recherche reichen sich die Hand, während Leonard durch das
Stückwerk an Infos stolpert, dass bei anderen Menschen das Gedächtnis wäre. Und der Zuschauer stolpert mit ihm.
Immer wieder meint man, die Story durchschaut zu haben, nur um kurz darauf festzustellen, der Plot sieht doch nur wieder ganz anders
aus. In stückchenhaften Rückblenden (Die Carsten völlig überfordern würden! ;) ) erfährt man langsam, aber sicher, was wirklich abgelaufen ist. …oder doch nicht?!
Guy Pearce, der schon in „L.A. Confidential“ seinen Mann neben Spitzenschauspielern wie Russel Crowe und Kevin Spacey mehr als stand
(Der einzige Grund, weshalb ich ihm, wie schon Jeremy Irons, diese furchtbare Neuverfilmung der „Zeitmaschine“ großzügig verzeihe), spielt erneut saugut und trägt diesen schrägen Film, der im Grunde rückwärts zu
laufen scheint, allein. Die Idee, die Umsetzung, die Besetzung… Alles ohne Tadel. Und am Ende ein erstauntes „Ach was, echt?!“. Cool.
Hervorragender Film, den ich viel zu spät gesehen habe!
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