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23.10.2007

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Little Miss Sunshine

Olive Hoover (einfach bezaubernd: Abigail Breslin, „Signs“) hat einen kleinen Schmierbauch, dafür eine um so größere Brille – und den Traum, zur Little Miss Sunshine gekürt zu werden, seit ihre Tante die 7jährige zu einer Vorauswahl dieses Titels mitgenommen hat. Durch Zufall verwandelt sich ihr dort erreichter 2. Platz in einen 1., und schon ist Olive mit Feuereifer am Packen.

Schlecht ist, dass ausgerechnet heute ihre Mum Sheryl (wunderbar wie immer: Toni Collette, „About a Boy“, „The Sixth Sense“) einen Anruf vom Krankenhaus bekommen hat, dass Frank, schwuler Exprofessor, ewiger Verlierer und ausserdem Olives Onkel, einen Selbstmordversuch vorgenommen hat (Steve Carell, „Jungfrau, 40, männlich, sucht“, der in seiner Rolle brilliert).

Mit Frank im Schlepptau schlägt also eine völlig gestresste Mum zu Haus auf, die vom nicht ganz leichtverdaulichen Dad (Greg Kinnear, „Mystery Men“, „Nurse Betty“, „Email für Dich“), dem drogensüchtigen Opa (Alan Arkin, mir bis dato leider unbekannt) und dem schwer mit sich und der Welt hadernden Dwayne (Paul Dano, „The Girl next Door“) empfangen wird. Und einer überglücklichen Olive.

Schnell ist geklärt, Olive MUSS einfach zur Misswahl, und ob der Rest der Familie will oder nicht, alle müssen mit. Und so nimmt die kleine Odyssee im klapprigen VW-Bus ihren Lauf…

Herrlich! Dieser Film ist einfach ein Gedicht, eine gekonnte Mischung aus skurrilen Familienproblemen, tragischen Ereignissen, komischen Momenten und einer grandiosen Pointe in Form von Olives Performance bei der Misswahl. Dieser Streifen hat Witz, Herz, Charme, herrlich schwarzhumorige Einlagen, und ist insgesamt einfach wunderbar anzusehen. Dabei ist das Ensemble einfach perfekt im Zusammenspiel, niemand spielt die anderen an die Wand, obwohl wirklich jeder das Potential dazu hätte.

Die Regie führte das Duo Jonathan Dayton/Valerie Faris, die bisher eher mit Videoclips für beispielsweise die Red Hot Chili Peppers oder die Smashin Pumkins von sich reden machten. Obwohl die größeren Studios anfangs sketpisch waren, ob der Film Publikum ziehen kann, wenn die Protagonisten so gleichwertig nebeneinander stehen und niemand Spektakuläres als Kassenmagnet herhalten kann, konnte die Produktion letgztlich doch noch realisiert werden. Zum Glück!

 „Little Miss Sunshine“ war nämlich ein großer Erfolg des Sundance Filmfestivals 2006, und wer sich an einem gemütlichen Sofaabend mal wieder so richtig ausschütteln möchte, ohne sich tumben Humor Marke Hirnabgeben antun zu wollen, ist hier genau richtig.

Beide Daumen hoch, toller Flick!

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