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Ich bin durchaus beeindruckt. Ich bin nur nicht von den Füssen gehauen worden, wie ich es eigentlich gehofft hatte.
Balian (Orlando Bloom; „Fluch der Karibik“, „Herr der Ringe“, hier dank schäbigem Bart tatsächlich erwachsen aussehend) ist Schmied in
einem kleinen französischen Dorf.
Nachdem seine Frau Selbstmord beging, ist sein Leben trostlos. So reizt ihn zunächst auch nichts an der Aussicht, mit seinem plötzlich
auftauchendem Vater, dem Kreuzritter Godfrey (Liam Neeson; „Rob Roy“, „Gangs of New York“, „Tatsächlich… Liebe“, als Ritter ohne Furcht, aber durchaus mit Tadel), der seine Mutter seinerzeit quasi auf der Durchreise
ins gelobte Land schwängerte, nach Jerusalem zu ziehen.
Seine Meinung ändert er schlagartig, als er im Affekt den Dorfpriester tötet.
So kommt es, dass der junge Balian am Hofe des Königs Baldwin IV. (Edward Norton; „Fight Club“, „Glauben ist alles“, „American History
X“, hier leider hinter der Maske des leprakranken Monarchen dank „fremder“ Synchronstimme nicht einmal ansatzweise zu erkennen) von Jerusalem landet. Hier wird er verwickelt in die komplizierten politischen
Vorgänge, die der König mit Hilfe von Tiberias (Jeremy Irons; „Das Geisterhaus“, „Mission“, „Stirb langsam III: Jetzt erst Recht“, „Kafka“, bei ihm reicht ja schon bloße körperliche Anwesenheit, und ich bin aus dem
Häuschen) zu lenken versucht.
Der Frieden mit dem muslimischen Fürsten Saladin hängt dank feiger Raubzüge einiger Kreuzritter am seidenen Faden, während der König
krankheitsbedingt immer schwächer wird. Gleichzeitig ist da noch Sybilla, die Schwester des Königs (gespielt von Eva Green, und was diese Dame dem Film an Bereicherung bringen soll, weiss ich immernoch nicht so
genau; ich finde Charakter wie Schauspielerin völlig farblos), die ein Auge auf Balian geworfen hat, gleichzeitig aber mit dem machthungrigen Guy de Lusignan verheiratet ist…
Okay, jedem, der halbwegs was von den Kreuzzügen weiss, ist klar, dass es zur Schlacht zwischen Sarazenen und Kreuzrittern kommt.
Jedem, der sieht, dass Ridley Scott Regie führt, ist klar, dass eigentlich in Gladiator die Historie schon nicht sonderlich genau
genommen wurde. Insofern bin ich schon durchaus beeindruckt, was aus „Königreich der Himmel“ geworden ist.
Action, ja, Liebe, nun ja, in gewisser Weise, auch wenn ich nicht kapiere, wieso, Spannung ebenfalls, aber holla, diesmal haben wir uns
etwas mehr Mühe gegeben mit der Geschichtstauglichkeit. Sehr schön.
Was mich ein wenig gestört hat, denn ich bin ja nie zufrieden: jeder, der hier ein Priestergewand trägt, ist an irgendeiner Stelle ein
Arschloch im Film. Das nervt mich: die Schwarzweissmalerei von früher, wo die edlen Ritter die Guten und die fiesen Moslems die Bösen waren, wird hier nahezu komplett umgedreht, was wiederum kein wirklich gutes Bild
wirft. Wann gelingt es Hollywood, mal die Grautöne zu beherzigen??
Ansonsten muss ich sagen, die Kämpfe sind optisch elegant und ausgefeilt, die Belagerung Jerusalems ist beeindruckend, die Dialoge zum
Teil nervtötend (Wie viele Leute sind da eigentlich insgesamt der festen Überzeugung, dass Gott sie verlassen hat?!) und zum Teil richtig gut (Balian: „Was ist Jerusalem wert?!“ – Saladin:“Nichts!“ Pause. „Alles!“),
und insgesamt hat man mit diesem Streifen einen guten Film vor sich.
Keinen Blockbuster, kein Meisterwerk, keinen angehenden Klassiker.
Aber einen wirklich gut gemachten Film über die Kreuzzüge.
Und natürlich taucht am Ende doch noch kurz Richard Löwenherz auf…. *handvordiestirnklatsch* ich komm auch nie um den drumrum… J
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