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09.04.2006

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Kill Bill Vol. I

Eine Hochzeit ist normalerweise ein Grund zur Freude - zumindest noch am Hochzeitstag. Nicht so die der schwangeren Braut (Uma Thurman), die inmitten der Leichen von Bräutigam, Pfarrer und Gästen auf dem Boden liegt und mehr tot als lebendig ist, als die Cops eintreffen. Vier Jahre später erwacht die Braut aus dem Koma (Wobei ich mich immernoch frage, wie die das mit den vier Jahren an ihren Händen ablesen konnte...). Das Baby ist fort, ihre Beine vom langen Liegen wie gelähmt (Warum eigentlich nur die Beine?!), und der erste Besuch, den sie bewusst mitbekommt, ist ein Freier, dem der Krankenpfleger 75 $ für 20 Minuten mit ihr abgeknöpft hat.

Nicht nur, dass sie Pfleger und Möchtegernrammler ins Jenseits befördert, nein, Miss Thurman hat noch mehr vor: sie will Rache für ihr Kind, ihren Bräutigam, ihr versautes Glück. So stellt sie eine Liste zusammen von den Attentätern, die ihr dies alles angetan haben: Ex-Lover Bill und vier seiner Handlanger, mit denen sie früher einmal ein Killerteam mit reichlich bescheuertem Namen gebildet hat, sind zur Strecke zu bringen, und so macht sich die Braut sofort ans Werk...

Woah!

Ich habe nicht allzu viel erwartet, wo ja nun die Presse insgesamt eher die Meinung vertrat, dass dieser Streifen eine Art öffentliche Selbstbeweihräucherung Tarantinos sei. Um so zufriedener grinsen konnte ich, als ich nun in gemütlicher Runde bei Lütschi in den Genuss des ersten Teils kam.

Okay, Uma Thurman sieht permanent irgendwie ulkig aus mit ihrer seltsamen Ponyfrisur und vor allem in dem netten gelbschwarzen Bruce Lee-Gedächtnis-Anzug, aber sie teilt ordentlich aus, und das auch noch so, dass es formschön anzusehen ist: hier hat definitiv jemand mit dem Schwert trainiert. Ebenfalls ‘ne gute Figur macht Lucy “Zuckerstückchen” Liu als Yakuza-Boss O-Ren Ishii, und die Szenen ihrer Handlangerin Gogo (Chiaki Kuriyama) sind auch mehr als sehenswert.

Okay, den abgehalfterten David Carradine hätte man jetzt nicht unbedingt als Bill casten müssen, und ich muss permanent an diese schreckliche Kung-Fu-Serie denken, wenn er im Bild ist, aber ansonsten macht sogar Daryl Hannah als Elle Driver, die fiese Schlampe mit Augenklappe, richtig Spaß.

Tarantino wäre nicht Tarantino, wenn er nicht durch eigenwillige Extrawürste wie einen Anime-Part, Schwarzweisssequenzen und die typische “Wenn’s nicht in diesem Film liefe, würd’s vermutlich kein Mensch gut finden”-Soundtrack-Mucke, die schon bei seinen ersten drei Streifen Kultstatus errungen hat, auffallen wollte. Cool finde ich die Idee, den Kampf zwischen der Braut und der Yakuzachefin im japanischen Garten mit einem altbekannten Flamencosong (“Don’t let me be misunderstood” von Ich-komm-nich-drauf-kennt-aber-jeder) zu unterlegen.

Fazit: Mist, ich muss ins Kino und den zweiten Teil sehen!

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