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Oh, Mann. Was für ein Schmarrn.
Also, ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll, aufzuzählen, was mir hier alles auf die Eier gegangen ist... Am Besten am Anfang des Filmes:
Erste Szene: Wir fliegen elegant und zu sphärisch anmutenden Klängen über die Bruchkanten eines arktischen Gletschers hinweg. Wer hier an die
Eröffnungssequenz von ”Braveheart” denken muss, sei getröstet: mir ging’s genauso. Ein Eisplateau wird erreicht, auf dem man winzigklein inmitten der Naturgewalten ein Camp ausfindig machen kann. Schnitt. Es folgt
eine Großaufnahme der US-Amerikanischen Flagge (Es grüßt herzlichst “Armageddon”, wo die ja auch die Hauptrolle spielen durfte.). Ein junger Mann steht mitten im Camp und bedient einen gigantischen Bohrer, der sich in das ewige
Eis frisst. Dann, oh Schreck, bricht sich ein Spalt durch das Eis (Ja, richtig: “Ice Age”!), am Bohrer vorbei und
mitten durch das Camp. Aus einer Containerhütte entspringt flux Dennis Quaid (dessen Charakter den klangvollen Namen Jack Hall trägt), um schnell über den Abgrund zu hüpfen, die Eisbohrkerne zu greifen, sie auf die andere Seite zu werfen, selber rüberzuspringen - und gerade noch mit dem Eispickel die Kante zu erwischen, bevor er in die Tiefe stürzt (“Vertical Limit”...). Die Kollegen sind entsetzt: “Jack! Gib mir Deine Hand, Jack!” (“Junior! Gib mir Deine Hand, Junior!” rufe ich in den Kinosaal in Erinnerung an Harrison Ford in der Felsspalte, kurz vor Schluss von “Indiana Jones und der letzte Kreuzzug”, und ich warte eigentlich nur noch darauf, dass da im Eis irgendwo der Gral wegkullert). Jack schafft es. Natürlich. Sonst wär’s ein verdammt kurzer
Film, geht es doch im Fortgang eigentlich nur darum, dass Jack erst gegen den Rest der Welt in Form des amerikanischen Vizepräsidenten und dann gegen das Klima kämpft...
Noch ein paar Sachen, die nerven:
1. Bei “Vertical Limit”, so schlecht er ist, sollte man keinesfalls gleich zweimal klauen, und schon gar nicht die dort schon viel zu dick
aufgetragene Herzschmerzszene mit der ach so furchtbar edelmütigen Ich-schneide-mich-selbst-los-und-stürze-ab-damit-wenigstens-ihr-überlebt- Sache, denn noch dreister geht’s wohl kaum.
2. Das Klima beobachtet außer den US-Klimaforschern überhaupt sowieso nur ein einziges Team weltweit, und das sitzt in den schottischen Highlands
und stirbt mit Whisky auf den Lippen, den jeder echte Schotte sicherlich mit dem so präzisen Begriff SCOTCH bezeichnen dürfte... *handvordiestirnklatsch* Cool wäre eine Diskussion gewesen, ob die Gruppe mit nem
Glenfarclas oder nem Ardbeg im Bauch ableben möchte. So wirkt das ungefähr so clever wie auf die Frage, was für ein Auto man fährt, mit “Ein rotes!” zu antworten...
3. Ein Wolfsrudel, dass krank vor Angst aus dem Zoo ausbüchst, weil es die drohende Katastrophe spürt, bleibt sicherlich trotzdem in New York,
lässt sich überfluten, tiefgefrieren und geht dann an allen rumliegenden Leichen vorbeistapfend auf die Jagd nach Frischfleisch. Ja, nee, is klar.
4. Ein Mädel, dass einen IQ von ungefähr 150 haben muss, ist sicherlich trotzdem zu doof, die Gefahr von Wundbrand zu erkennen, wenn es sich das
Bein zentimeterweit an einem rostigen Nummernschild aufschlitzt, mit der Wunde in brackigem Wasser rumturnt und anschließend Schwindelanfälle bekommt. Frauen sind aber auch sowas von strunzdumm und hilflos ohne
Kerle, die sich um sie kümmern...
5. Wenn ein Tornado einen Bus erfasst und auf einen kleinen zweisitzigen Sportflitzer niederscheppern lässt, kommentiert das kein klar denkender
Mensch mit den Worten “Hoffentlich saß niemand in dem Porsche!” - Da fängt man an, zu überschlagen, wie viele Leute wohl in einen Buss passen...
6. Die Behauptung, man habe schockgefrostete Mammuts gefunden, die von der letzten Eiszeit völlig überrascht wurden und quasi beim Grasen
tiefgekühlt wurden, das Futter noch im Maul kauend, ist dermaßen idiotisch, dass mir gar nix mehr dazu einfällt.
7. Erfrieren kann man nur, so lange Daddy nicht da ist. Wenn der erstmal auftaucht, ist man pauschal gerettet, denn Daddy ist spitze. Scheissegal,
wenn das an den miesen Temperaturen absolut nix ändert: hier geht’s um ein Happy End!
Die einzige gespielte Szene, die echt richtig geil war, war die, in der beschlossen wird, dass die Steuerrechtssammlung zum Heizen verbrannt
werden soll. Der Rest ist so grottig, dass er durch die sagenhaften Special Effects auch nicht mehr rausgehauen werden kann.
Was für ein hohler Film! Und wie unwissenschaftlich kann ein wissenschaftlich angehauchter Streifen eigentlich noch sein??? In meinen Augen ein
totaler Schuss ins Knie, und ich ärgere mich heute noch über die 4,50 Euro Eintrittsgeld.
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