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Was für andere Menschen die Bibel ist, ist für mich J.R.R. Tolkiens Meisterwerk “Der Herr der Ringe”: eine einzige Offenbarung.
Dieses Buch habe ich insgesamt bestimmt 12-15mal gelesen (Ja, alle drei Teile!), wobei ich die meisten Wiederholungen in Englisch geschafft habe.
Ich fresse diesen Schinken jedesmal mit der gleichen Begeisterung in mich hinein und gehe völlig in dieser detailliertesten aller Fantasywelten auf.
Nach der ersten großen filmischen Enttäuschung in Form dieses schrecklichen Trickfilms, dessen zweiter Teil - Gott sei Dank! - nie produziert wurde, war ich
sehr skeptisch, was Peter Jacksons Mammutprojekt in Neuseeland anging. Monate vor dem weltweiten Kinostart hing ich bereits wie zahllose andere Tolkien-Geschädigte vor dem Rechner und klapperte
sämtliche offiziellen und vor Allem die inoffiziellen Seiten zum waghalsigsten Dreh der Filmgeschichte ab.
Jackson hat, wie wahrscheinlich allgemein bekannt ist, gewagt, was noch niemand vor ihm getan hat: er hat eine Trilogie von Filmen in einem Rutsch
abgedreht, dabei mehr Geld verpulvert, als es je ein Regisseur durfte - und damit ganz offensichtlich auf’s richtige Pferd gesetzt. Die enormen Produktionskosten, die nicht zuletzt auf sagenhaften Special Effects
beruhen, hat allein der erste Teil der Saga, “Der Herr der Ringe - Die Gefährten” schon wieder eingespielt. Alles, was mit den beiden folgenden Teilen und dem Merchandising noch reingeholt wird, ist Reingewinn -
Wahnsinn!
Aber mal ganz ehrlich: ich finde, das hat der gute Jackson voll und ganz verdient! Ein Buch, das als unverfilmbar galt, wurde sehr mutig angegangen, in ein
Drehbuch umgesetzt, mit phantastischen Darstellern besetzt und an traumhaft schönen Sets gedreht. Wer bisher noch nie von Neuseeland gehört hatte, will nach diesem Film garantiert mal dort Urlaub machen.
(Soweit ich weiss, machen das auch bereits Unmengen von Tolkien-Touristen. Mal sehen, wie lange diese herrliche Landschaft so unberührt bleiben wird, wie sie im Film rübergekommen ist...)
Was soll ich zum Inhalt sagen? Wie soll man etwas so Komplexes mit ein paar Zeilen zusammenfassen?
Es geht, im Großen und Ganzen, einfach ein weiteres Mal um den endlosen Kampf zwischen Gut und Böse, wobei so viele kleine und große Erkenntnisse
in diesem Roman mitschwingen, dass es unmöglich ist, sie alle zu erfassen. Es geht um Freundschaft, um Charakterstärke und -schwäche, um die irrwitzige Möglichkeit des Kleinsten, das Größte zu vollbringen, um
aufrichtigste und aufopferungsvollste Freundschaft im Angesicht des Todes, um Schicksal und die Macht des Zufalls, um die Vergänglichkeit allen Seins, um... ich gebe auf.
Man könnte es sich natürlich auch einfach machen und sagen: da ist dieser Hobbit, ein abgebrochener Meter, dargestellt von einem zuckersüßem Elijah Wood, der
versucht, die Welt zu retten - zusammen mit einigen anderen Hobbits (Sean Astin, Billy Boyd, Dominic Monaghan), ebenfalls niedlich hoch drei, zwei Menschen (Viggo Mortensen als übermenschlich-edler
Aragorn und Sean Bean als nur zu menschlich-schwacher Boromir), einem Zwerg (herrlich: John Rhys-Davies als fleischgewordener Fantasy-Archetyp “Zwerg” Gimli), einem Elben (Orlando Bloom, der sogar meine eigene Mama
noch ins Schwärmen gebracht hat, als Legolas - und für mich heissen die bis in alle Ewigkeit “Elfen”!) und - last, but definitely not least - einem Zauberer (Ian McKellen als Gandalf, der Graue: die hervorragende
Darstellung einer literarischen Legende, in der ich nach wie vor ein klares Abbild des nordischen Gottes Odin sehe).
Tja, was soll ich sagen? Der Film ist ein Meisterwerk, denn Jackson hat etwas getan, was noch niemand vor ihm geschafft hat: er hat meinen Kopf geöffnet, alle meine Vorstellungen, die ich mir von
Mittelerde und seinen Bewohnern gemacht habe, herausgeangelt, und hat daraus einen Film gemacht. Scheissegal, wenn nicht ein einziger Dialog wörtlich aus dem Buch übernommen, sondern alles aus der
ungefähren Erinnerung Jacksons und seiner beiden Co-Autorinnen stammt. Scheissegal, wenn sich auch in der Verfilmung der erste Teil ellenlang zieht, ohne dass es Mord und Todschlag gibt. Scheissegal, wenn
Arwen als Quotenfrau herhalten muss und ihre Rolle die des Glorfindel schluckt, um einen auf Amazone machen zu können. Scheissegal, wenn Tom Bombadil völlig fehlt - den mag auch ich sehr gerne im Buch, aber was hat
sein Auftritt schon mit der Gesamtsituation zu tun, hä?!
Ich freue mich jedenfalls schon auf den zweiten Teil, und meine Mama hat mich schon fest für einen gemeinsamen Kinobesuch gebucht. Mal sehen, wie
oft ich “Die Zwei Türme” im Kino sehen werde - bei den “Gefährten” kam ich immerhin auf dreimal, was ich nur durch “Mulan” und “Matrix” getoppt habe, hehe.
Wer frotzelt da rum, dass das Auenland aussieht wie das Teletubbieland (Mann, kein Wunder! Wo Letzteres doch nach dem Vorbild des Ersteren
entstanden ist!)???
Wer will hier sein Geld zurück??? - STIRB!!!
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