Letztes Update:
09.04.2006

Was ist neu?

Home
Warum nur?
Ich
Kranke Ansichten
Filmfieber
Anjas Ansichten
Fremdverschuldet
Guestbook
Links

Who is who?

Willst Du in die Update-Liste? Sonst irgendwas zu sagen? Na dann...

Mailde Dich!

Wer Tippfehler findet, darf sie behalten!

Impressum

Gladiator

Ich gestehe, ich bin mit den guten alten "Sandalenfilmen" am Sonntagnachmittag groß geworden. Ich habe auch definitiv einen Knall, was Geschichte angeht (Mann, ich habe Marion Zimmer-Bradley’s “Die Feuer von Troja” so circa 15mal gelesen...), und einer der tollsten Momente in meinem Leben war der, als ich in Rom zwischen den Resten des Forum Romanum stand. Beim Anblick der Ruinen hätte ich heulen können.

Was mich aber an den üblichen Monumentalfilmen immer gestört hat, ist dieser “Was war das früher alles super”-Touch, der bei denen immer rüberkommt. Und siehe da! So wie seinerzeit "Braveheart" mit den seichten Ivenhoe-, Artus- und Tafelrundenfilmchen über das (angebliche) Mittelalter aufräumte, hat für mich nun "Gladiator" alles vom “Raub der Sabinerinnen” bis “Die letzten Tage von Pompei” in den Boden der römischen Zirkusarena gestampft.

Dieser Film hat all das, was ich mir immer gewünscht habe. Obwohl durchaus wuchtig, bietet er doch Action vom Feinsten. Hierbei finde ich besonders klasse, dass während der Kämpfe anstelle heroischer Zeitlupensequenzen rasend schnelle Schnitte auf einen einprasseln. Man kommt fast nicht mit der Handlung mit und muss um jede Einzelheit des Geschehens kämpfen. Pures Adrenalin, wie ich meine!

Gleichzeitig erhält man aber auch glaubwürdige Charaktere, bekommt eine nette (und überaus heldenmäßige) Story und bestechend schöne Bilder. (Unter anderem von Russel Crowe: Jammjamm!)

Dafür verzeihe ich dann auch gerne, dass dieser Streifen historisch völlig danebengegriffen ist. Wen interessiert schon, dass die Römer niemals Bogenschützen eingesetzt haben, wenn man gleich zu Anfang diese sagenhaft gefilmte Schlacht sieht? Und warum hilft der Tribun seinem Kaiser in den Steigbügel, wenn der den Römern noch gar nicht bekannt war? Warum schwingen die Schwertkämpfer elegante Langschwerter, wenn der historische Gladius eine eher plumpe und kurze Stichwaffe war? Okay, da gibt es noch etliche Bugs, und eigentlich fehlt bei diesem Film nur noch, dass der gute Russel sein Handy zückt, aber ganz ehrlich, ich kann da drüber hinwegsehen. Und das will was heissen!

Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass man bei “Gladiator” sehr deutlich einen Spiegel vorgehalten bekommt: nach einem seiner ersten Kämpfe in der Arena, in dem er schnell und kompromisslos alle Gegner niedergemetzelt hat, fragt unser Aussie das Publikum, ob es etwa nicht zufrieden sei. Seine Zuschauer hatten offenbar mehr Nervenkitzel und weniger Schlachthof erwartet und sind leicht ungehalten, von ihm um die Show gebracht worden zu sein.

Angesichts der bluttriefenden Actionkracher und der überaus detailfreudigen Horrorfilme unserer Zeit (beides auch von mir immer wieder gern genommen!) stellt sich einem da unweigerlich die Frage, ob man selbst nicht ein Opfer von “Brot und Spiele” ist. Steckt da nicht vielleicht in jedem von uns ein kleiner Sadist? (Hey, wer das für Mummpitz hält, sollte mal beim Flickchick reinsehen: die hatte offensichtlich den gleichen Eindruck!)

Na, abschließend bleibt zu sagen: Gladiator ist DER Film für Sandalenfans. Surround-Ton zwingend erforderlich: dann gibt’s garantiert Gänsehaut bei den Hau-drauf-Szenen! (Junge, ich glaube, ich schmeisse den gleich erstmal nochmal an. Das ist doch mal ‘ne Idee...)

In diesem Sinne: Ave, Caesar! Morituri te salutant!

Zurück

[Home] [Warum nur?] [Ich] [Kranke Ansichten] [Filmfieber] [Anjas Ansichten] [Fremdverschuldet] [Guestbook] [Links]