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Es hätte sooo schön sein können…
Ich meine, Ed Norton, der einfach nur wieder zum niederknien gut ist, Brad Pitt, der irgendwie immer genau dann gut ist, wenn er keinen
Sympathieträger mimen soll, Helena Bonham Carter, die einfach entzückend aussieht, selbst wenn sie eine durchgeknallte Schlampe mimt, und als Regisseur David Fincher, der eigentlich mit „Se7en“ und „The Game“
ziemlich vielversprechende, spannende Vorgängerprojekte lieferte…
Zunächst ist „Fight Club“ auch wirklich nen Hammer: Norton, der selbst in den Credits nur als der Erzähler bezeichnet wird und somit
namenlos bleibt, erlebt einen wilden Befreiungsschlag aus der tückischen Einöde des Alltags hin zum neanderthalermäßigem „Wie sollte ein echter Mann leben?!“-Gefühl, mit eifriger Unterstützung seines neuen besten
Kumpels, Tyler Durden, der Pornoschnipsel in Kinderfilme schneidet und in Nobelrestaurants in die Suppe pinkelt.
Zusammen ziehen sie ein Netz von geheimen Treffpunkten hoch, an denen sich Männer in stiller Regelmäßigkeit treffen, um sich so richtig
eine aufs Maul zu hauen. Nach und nach überschreiten beide immer mehr Grenzen, bis dem Erzähler das Ganze aus dem Ufer zu laufen droht…
An genau diesem Punkt verlässt der Film das, was ich eine gute Storyline nennen würde. Statt konsequent das „Back to the roots“-Motto
durchzuziehen und eine Lanze zu brechen für eine Lebenseinstellung abseits des Mainstreams führt der Flick mit der Entscheidung, dass der Erzähler und Tyler ein und die selbe Person sind, die unter Insomnia und
gespaltener Persönlichkeit leidet, das Ganze ad absurdum. Schade. Etwas mehr Mut hätte sicherlich nicht geschadet, so muss ich aber sagen, die letzten paar Minuten machen den Streifen für mich kaputt. Alle
gesellschaftskritischen Ansätze, die durchaus zum nach- und weiterdenken taugen, werden durch die „Ach, er ist also nur bekloppt!“-Nummer ausgebremst und verlieren ihren Reiz.
Hatte man hier Angst vor zu provokanten Aussagen? Wollte man innovativ sein? Keine Ahnung. Ich find’s schade. Der Film steht auch in
meinem DVD-Regal, und ich gucke ihn mir immer wieder gerne an, aber es bleibt der bittere Beigeschmack, dass hier einem guten Ansatz die Chance genommen wurde, einen richtig fett großen Film zu schaffen.
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