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09.04.2006

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Equilibrium

“Guck Dir den uuuuuunbedingt an, der ist klasse!”

Nachdem mir ungefähr 128.000 Leute (grobe Hochrechnung!) diesen Streifen empfohlen hatten, haben Lütschi und ich Nägel mit Köppen gemacht und “Equilibrium” aus der Videothek geschleift.

Naja. Ich kenne nunmal “Brave New World” und “1984”. Muss ich da wirklich noch mehr sagen?

Also gut: in meinen Augen klaut dieser Film bei beiden zu viel: eine künstlich geschaffene, mit (struktureller) Gewalt, staatlich verordneten Drogen und strikten Regeln aufrecht erhaltene Gesellschaftsordnung, an der ein Individuum zu zerbrechen droht. Wie spektakulär neu diese Idee doch ist. Gähn. Und zu allem Überfluss verfolgt “Equilibrium” das selbst aufgesetzte Konzept, eine Gesellschaft ohne Gefühle darzustellen, alles andere als konsequent, denn stellenweise sind die Leutchen reichlich emotional. Nur halt nicht im klassischen Sinn. Nun mag man darüber streiten, dass das Absicht sein könnte, um zu zeigen, dass zumindest die negativen Gefühle niemals gänzlich ausgeschaltet werden können. Das ist aber meiner Meinung nach der eher schwache Versuch, einen noch schwächeren Film künstlerisch wertvoll zu reden. Zieht nicht.

Die ganze Problematik zündet bei mir nicht, denn dieser Streifen ist ein billiger Abklatsch von mindestens zwei hervorragenden Werken und damit total überflüssig. Im Grunde handelt es sich, konzentriert man sich mal auf die Fights, um den Versuch, auf der Matrix-Welle mitzureiten, ohne das Ding mit der virtuellen Welt aufzuwärmen. Wir beherrschen also das Gun-Kata? Also bitte! Das schreit ja schon förmlich nach “Ich kann Kung-Fu”!!

Gleichzeitig verheizt der Film zwei so gute Schauspieler wie Sean Bean und Christian Bale, die mich beide alles andere als umreissen können in diesem Flick.

Ich bin enttäuscht. Ich denke, ich suche mir lieber nochmal meinen Aldous Huxley raus und gebe mir den richtigen Stoff.

Aber okay, Ihr habt Recht: die Kampfszenen waren schon ganz geil.

 

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