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Ein ganz normaler Tag an einer ganz normalen High School.
Der Zuschauer begleitet nach und nach einzelne Schüler, die im wahrsten Sinne mit der Kamera verfolgt werden (man sieht meistens auf
den Rücken des jeweiligen Menschen und schleicht mit ihm durch die Schule), und lernt sie somit einen nach dem anderen kennen. Immer und immer wieder „durchlebt“ man so bestimmte Siutationen, teils aus der
Perspektive des einen, teils aus der des anderen Menschen. Hierdurch gewinnt man Eindrücke davon, wie die Schüler zueinander stehen und wie sie sich in das Gesamtgefüge einpassen – oder eben durch das Raster fallen.
Das Komzept mag langweilig klingen, ist aber in meinen Augen eine sehr gute Idee, denn umso krasser wird der Film, als dann nach der
selben Methode ein Massaker gezeigt wird, dass zwei der Schüler systematisch anrichten, und das wohl von den traurigen Vorfällen von Columbine und ähnlichen Schauplätzen nicht sehr weit abweicht…
Regisseur Gus Van Sant, der manchem ein Begriff sein dürfte aufgrund seiner Arbeit mit Matt Damon und Ben Affleck in „Good Will
Hunting“, hat schon mehrere sehr eigenwillige Projekte durchgezogen. So erinnere ich nur mal kurz an „My Own Private Idaho“, in dem River Phoenix und Keanu Reeves als Callboys in den Straßen von Portland hausen,
oder an „Gerry“, wo zwei Männer namens Gerry gemeinsam in der Wüste umherirren.
So wunderte mich nicht, seinen Namen in den Credits von „Elephant“ zu finden.
Van Sant dirigiert hier eine Gruppe von Darstellern, die überwiegend Laienschauspieler sind, sogar größtenteils unter ihren eigenen
Vornamen agieren und durch diese unverbrauchte Natürlichkeit einfach wie echte Menschen wirken, was manchem Profi auch (oder gerade) nach 10 Blockbusterfilmen nicht gelingt. Die gewählte „Hinterrücksperspektive“
lässt dabei den gesamten Streifen wie eine Art Computerspiel wirken, wobei für mich unklar bleibt, ob ich da nun die Sims oder nen Egoshooter vor mir hab.
Elephant bietet keine Action, aber viele, kleine, bedeutungsvolle Details, die einen dazu bringen, noch lange über den Film
nachzudenken.
Oder nach 15 min abzuschalten.
Kommt halt drauf an, ob man gerne mitdenkt oder nicht.
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