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Tja, so war das eigentlich nicht geplant, aber nun kommt dieses Textchen pünktlich zum neuen Golfkrieg. Vielleicht ein Anreiz für viele von denen,
die meinen, Bush kämpfe da unten für eine gerechte Sache: hier sieht man nämlich auch schonmal zur Einstimmung auf RTL und CNN jede Menge Mord und Totschlag.
“Black Hawk Down” ist Ridley Scotts Nachfolgewerk zu “Gladiator” - und Gott sei Dank mit der Recherche wesentlich gründlicher gewesen als
bei seinem Sandalenepos. Beide Werke sind daher so unterschiedlich geraten, wie es kaum noch extremer geht: Während beim Gladiator die Charaktere im Vordergrund standen und eine Geschichte erzählt wurde, die von
wahrem Heldenmut künden sollte, erkennt man hier spätestens, wenn Orlando Bloom als einsatzgeiler Neuling aus Unachtsamkeit aus dem Heli stürzt (und ja, richtig gelesen: das IST Legolas, der Elf aus Herr der Ringe!
Dem müssen sie vor dem Dreh Chappi gefüttert haben: Sieht hier ja mal echt aus wie’n etwas jung geratener, aber ganzer Kerl!). Von diesem Moment an geht für die kleine, aber feine Einsatztruppe, die eigentlich nur
ein paar Geiseln aus einem Gebäude in Mogadischu holen und nach einer Stunde wieder im Camp sein sollte, so ziemlich alles den Bach runter.
Am Ende sterben Menschen allein aus dem Grund, weil sie keine einzige Kameradenleiche zurücklassen sollen. Das mag für manche Leute ehrbar
klingen, für meine Begriffe ist es aber menschenverachtend, Menschenleben aufs Spiel zu setzen, um Tote zu bergen. Was soll’s: dass die Befehlshaber bei den Amis spinnen, wissen wir ja inzwischen alle.
Interessant ist, dass man hier alle Charaktere wiederfindet, die man kennen lernt, wenn man mal einige Zeit mit Bundeswehrsoldaten zu tun hatte:
den Rambo-Typ, der alles supercool durchziehen will und den anderen noch fix ein paar Tips vom alten Hasen mitgibt, bevor es losgeht, den Schreibstubenhengst, der plötzlich mal was anderes außer Kaffeekochen machen
soll und völlig überfordert ist, den Neuling, der total wild auf den Einsatz ist, den Nachdenklichen Typ, der das alles nur macht, um anderen zu helfen, den pfiffigen Kerl, der es für eine Spitzenidee hält, die
Kevlarplatten aus seiner Schutzweste zu nehmen, weil’s schließlich zu warm und zu schwer ist, wenn die drinbleiben...
Insgesamt sei gesagt:
Der Film ist brutal und schonungslos, sowohl was die Bilder angeht als auch was die Story angeht. Ich würde nicht gerade behaupten, dass ich
diesen Streifen als Actionkracher angesehen habe - es ist vielmehr so, dass man den Eindruck bekommt, man sieht eine Doku über den Somaliaeinsatz und eine der größten Pleiten der jüngeren Geschichte des
US-amerikanischen Militärs. Gleichzeitig kommt schon allein durch die Filmmusik das Gefühl auf, tatsächlich irgendwo zu sein, wo man eigentlich gar nicht hingehört.
Fazit:
Kein Popcornkino!! Aber definitiv sehenswert.
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